Sportverein Weiß-Blau Untergriesbach - Ringen
- Aus
der Vereinschronik -
1946 - 1951.....5 Jahre Ringen in der Nachkriegszeit
1967 - 2000.....33 Jahre Wiederaufbau und Weiterentwicklung
| Inhalt: | |||||||||||
| 1946 | 1951 | 1967 | 1968 | 1969 | 1970 | 1971 | 1972 | 1973 | 1974 | 1975 | 1976 |
| 1977 | 1978 | 1979 | 1980 | 1981 | 1982 | 1983 | 1984 | 1985 | 1986 | 1987 | 1988 |
| 1989 | 1990 | 1991 | 1992 | 1993 | 1994 | 1995 | 1996 | 1997 | 1998 | 1999 | 2000 |
| Nachtrag | |||||||||||
Zusammenfassung:
10 Jahre nach der zweiten Gründung der Abteilung Ringen wurde der Aufstieg in die II. Bundesliga vollzogen. Nationale und internationale Erfolge wurden durch konsequentes zielorientiertes Training erreicht. 1979 setzte sich eine andere Trainingsphilosphie durch, die einen Abwärtstrend einleitete und dazu führte, daß die alte leistungsbezogene Trainingskultur verloren ging.
Ausgezeichnete Ringer wanderten ab und betätigen sich teilweise in anderen Sportarten. Nicht nur Ringer, auch Trainer sind dem Verein dadurch verloren gegangen. Viele Jahre sah es mit der Überführung des Nachwuchses in den älteren Jugend- und Erwachsenenbereich sehr schlecht aus. Die Ursachen hierfür waren personenbezogen. Diese Entwicklung hätte nahezu die Schließung der Abteilung zur Folge gehabt.
Es scheint so, als könnte ein Umdenken erfolgen. Nach jahrzehntelangen internen Diskussionen scheint die Ringer-Abteilung des SV Untergriesbach mit einer neuen Führungsstruktur in eine neue Ära zu gehen. Der Nachwuchs drängt derzeit in die Trainingsstunden, die Erfolge stellen sich langsam wieder ein. Versäumnisse der letzten Jahre haben Lücken hinterlassen, die erst mit jahrelanger Arbeit wieder aufzufüllen sind. Der Blick in die Zukunft ist optimistisch.
Ringen in der Nachkriegszeit
Der Ursprung des Ringens in Untergriesbach ist im Jahr 1946 zu finden. Toni Neudorfer sen. war nicht nur einer der Vereinsgründer des SV Untergriesbach, sondern auch der Gründer der Abteilung Ringen. Neudorfer erlernte das Ringen beim TSV Deggendorf. Dieser Verein ist von der Ringer-Landkarte verschwunden, der SV Untergriesbach erfreut sich heute bei der Jugend großer Beliebtheit.
Nach dem Krieg mußte noch die Besatzungsmacht (USA) das Einverständnis zur Vereinsgründung geben. Der Postsaal in Untergriesbach, der den Ringern eine erste Heimat für Wettkämpfe bot, zeigte nach Überlieferungen bei den ersten Wettkämpfen noch Dekorationen der abgezogenen Besatzer.
Am 21. August 1946 erfolgte die Gründungsversammlung im Gasthof "Karl Escherich" in Untergriesbach. Anwesend waren 41 Mitglieder und der Bürgermeister Ludwig Kainz sen. H. Janowitsch war der ersten Vereinsvorsitzende, Toni Neudorfer der Sportwart. Der Sportbetrieb wurde mit Ringen und Fußball eröffnet.
In der Mitgliederversammlung am ersten Jahrestag nach der Vereinsgründung beklagte der Vereinsvositzende die Tatenlosigkeit und das bei jüngeren Mitgliedern um sich greifende Querulantentum. Das Protokoll der Versammlung gibt darüber Aufschluß, daß es neben Ringen und Fußball auch eine Frauenriege gab.
Die erste Phase des Ringens wurde 1951 damit beendet, als die Sportstätte, der Postsaal, in ein Kino umgebaut wurde. Damit wurde den Ringern der unmittelbaren Nachkriegszeit der Boden zu Wettkämpfen entzogen. Trainiert hatte man zu dieser Zeit im "Zacher-Stadl". Die Matte wurde selbst gefertigt. Seegras war der Bestandteil, mit dem die Planen gefüllt wurden. Toni Neudorfer war auch bei der Gründung des Bayer. Schwerathletik-Verbandes beteiligt und der erste Kampfrichter-Obmann der Nachkriegszeit im Bezirk Niederbayern/Oberpfalz.
Ein zweites mal wurde die Abteilung Ringen im Jahr 1967 gegründet. Das Kino im Postsaal wurde geschlossen. Damit war wieder eine Wettkampfstätte für die Ringer vorhanden. Nach 16 Jahren der Unterbrechung waren die Spuren der ersten Ringer-Zeit ziemlich verwischt. Die Ringer der ersten Ära hatten leistungsmäßig ihren Zenith überschritten, viele waren auch nicht mehr in Untergriesbach ansässig. Unter diesen Umständen muß von einem Neubeginn in 1967 gesprochen werden.
Die Spuren früherer Ringer und auch anderer Niederbayern fand man in späteren Jahren vor allem bei deutschen Meisterschaften in Nordrhein-Westfalen. Oftmals wurden die Ringer und Betreuer aus Untergriesbach angesprochen: "Ich komme auch aus dem Bayerischen Wald und mußte wegen Arbeitsmangel wegziehen. Es freut mich, daß ihr hier seid. Meine Buben ringen auch, aber sie haben keine Beziehung mehr zum Bayerischen Wald." Ein Stück lebendiger Nachkriegszeit, mit der die Ringer in anderen Bundesländern konfrontiert wurden.
Zur Zeit der 2. Gründung war Gregor Seipelt der 1. Vorsitzende im SV Untergriesbach. Nach der "zweiten" Gründungsversammlung (vermutl. am 11. Februar 1967) begann im März 1967 das Training in der Landwirtschaftsschule. 40 bis 50 Interessierte trainierten in zwei Schichten in einem 7 * 4 m großen Raum. Drei Wochen später konnte man auf einer (vom ortsansässigen Sattler Georg Meier erstellten) Matte die ersten Griffe erproben.
Mit zwei Mannschaften kämpfte man Ende April 1967 gegen den KSV Zwiesel. Im Herbst begann die Punkterunde in der Kreisliga. Wegen der hohen Fahrtkosten verzichtete man auf einen Start beim AC Amberg, der die Punkte dafür erhielt. Gegner in der Kreisliga waren neben dem AC Amberg die Reservemannschaften aus Mietraching und Cham sowie der KSV Zwiesel. Hinter dem punktgleichen SV Mietraching II wurde vor dem AC Amberg der 3. Rang erreicht.
Der AC Amberg stellte nach der Runde seinen Wettkampfbetrieb ein und auch der KSV Zwiesel ließ erste Auflösungstendenzen erkennen und zog die Mannschaft zurück. Das war dann auch das Ende der Kreisliga. Untergriesbach wurde im nächsten Jahr der Gruppenliga angegliedert.
1968 wurde das Feuerwehrhaus zum Trainingscamp erkoren, bis die Gymnasiumturnhalle (1970/71) zur Verfügung stand. Bei Turnieren gab es erste Erfolge (Herbst-Turnier des ESV-München-Ost) und bei den südbayer. Jugendmeisterschaften. Zwei Titel (bei 92 Bewerbern) gingen an den jungen Verein (Max Schröger und Werner Kurzböck).
Der Verfasser des Berichtes im amtlichen Organs "ASM" (Allgemeine Sport-Mitteilungen) des BLSV schrieb damals: "Wo liegt Untergriesbach? Viele werden es nicht wissen. Der niederbayerische Verein, noch sehr jung im Rangkampfsport, stellte gleich zwei südbayerische Meister. Ob dies für diesen Verein kein Fortschritt ist?" Dieser Trend setzte sich bei den Bayerischen Meisterschaften fort (zweiter und sechster Rang).
Anders sah es dann bei den Rundenwettkämpfen aus. Es hagelte nur Niederlagen. Josef Atzesberger (Bantam) und Josef Neudorfer (Feder) gewannen zwar meist, aber in den anderen Gewichtsklassen sah es düster aus, zumal Max Schröger nach einem Mopedunfall ausfiel.
Viele der ursprünglich begeisterten Jugendlichen und Senioren waren den Ansprüchen der Sportart nicht gewachsen - sie gaben auf. Einen Rekord gab es auch. Nach 14 Minuten standen die Ringer in Moosburg schon unter der Dusche, man hatte 24:0 verloren. Das beste Ergebnis wurde gegen den AC Weiden (9:12) erzielt. Der letzte Tabellenplatz war 1968 nicht zu verhindern.
Bei Meisterschaften ging es 1969 mit Erfolgen weiter (erster deutscher Jugendmeistertitel). Die Niederlagen der Mannschaft fielen auch nicht mehr so hoch aus. Geiselhöring kam nur mit einem hauchdünnen Sieg (12:11) davon und gegen Weiden lag die Mannschaft schon 9:0 in Führung. Die Oberpfälzer führten vor abschließenden Schwergewichtskampf aber 11:9.
Der letzte Kampf mußte entscheiden. Der damals noch junge Max Schröger führte gegen den Weidener Routinier Kick schon 14:4, als dieser den Spieß umdrehte und Schröger schulterte. Weiden gewann so 14:9 und aus dem ersten Mannschaftssieg in der Gruppenliga ist wieder nichts geworden. Am Ende der Saison stand man wieder mit der "roten Laterne" da.
Die jungen Ringer konnten sich bei bayer. Meisterschaften 1970 gut in Szene setzen (Max Schröger, Josef Atzesberger und Josef Neudorfer). Beim ersten Grenzlandturnier fertigte Josef Lorenz den 3. der deutschen Jugendmeisterschaften, Manfred Weiß (Mietraching), sensationell mit 21:4 ab. Er wurde ebenso wie Helmut Atzesberger, eine Gewichtsklasse höher, Turniersieger. Bis zu diesem Zeitpunkt sind nur Ringer im Jugendalter zu den Ringern gestoßen, Ludwig Pöppel war der erste Schülerringer.
Vor dem Beginn der Mannschaftswettkämpfe 1970 ging man auf die Suche nach einem Schwergewichtler. Max Schröger hat den SV Untergriesbach verlassen und wechselte zum Bayernligisten SV Mietraching. Als Nachfolger wurde Helmut Stoiber (27 / ein Leichtathlet und Hobby-Gewichtheber) gefunden, der dazu überredet wurde, die Lücke im Schwergewicht zu schließen. Aufstellungssorgen gab es weiterhin. Mut machte dann der erste Punktgewinn (9:9 gegen Kelheim II).
Den ersten doppelten Punktgewinn verbuchte die Mannschaft gegen den ASV Cham, obwohl der Ausfall von Josef Atzesberger (Grippe) und Josef Lorenz (zu schwer) verkraftet werden mußte. Die Ergebnisse von Helmut Atzesberger (Sieg auf der Waage), Josef Neudorfer (Punktsieg), Toni Neudorfer jun. (Unentschieden), Siegfried Seipelt (Schultersieg) stimmten positiv. Noch war der Erfolg nicht gesichert. Die 80 Zuschauer konnten dann aber zufrieden den Heimweg antreten, denn Helmut Stoiber sorgte mit einem Schultersieg über Stelzl für den ersten Mannschaftssieg (12:10. 1970) in der Gruppenliga.
Auch der erste Auswärtssieg der Saison wurde (gegen Kelheim II) erzielt. Wiederum hatte man sich mit Aufstellungssorgen herumplagen müssen. Toni Neudorfer sen. (53) stand so notgedrungen in der Mannschaft. Dessen Gegner war plötzlich verschwunden. Stefan Resch (vom Regionalligisten SC Anger) hatte dem Gegner soviel Angst gemacht, daß er seine Sachen packte und verschwand. So kam ein weiterer Sieg zustande, der am Ende der Saison den 6. Rang einbrachte. Durch eine Trainigsverletzung im alten Mietrachinger Tannerbauer-Saal mußte Josef Neudorfer seine ringerische Laufbahn beenden.
Das Jahr 1971 brachte bei Meisterschaften wenig ein. Josef Atzesberger (4. Bayer. Jun.) war der erfolgreichste Ringer. Aber mit der Mannschaft ging es aufwärts. Der seit zwei Jahren ungeschlagene Meisterschaftsfavorit TV Geiselhöring verlor. Punktsiege holten Hofmann (gegen Aschenbrenner), Fritz Wimmer, Ewald Rosenberger, Siegfried Seipelt (im Weltergewicht!), Helmut Atzesberger, Josef Atzesberger (über Scheurer) und Toni Neudorfer (über Hofbrückl). Max Schröger rang Unentschieden.
Lorenz wurde in München Tuniersieger und Helmut Atzesberger ließ nur Josef Fritsch (Hallbergmoos) den Vortritt. Die Rundenwettkämpfe gingen weiter und 150 Zuschauer (zu dieser Zeit Zuschauerrekord) erlebten im Postsaal ein Unentschieden zwischen Untergriesbach und Deggendorf.
Hofmann (12:4 Sieg), Helmut Atzesberger (Schultersieg über Jakob) und Wimmer (Schultersieg über Ertl) brachten die Mannschaft in Führung. Deggendorf konterte durch Zessack (Punktsieg gegen T. Neudorfer jun.), Anzenberger (Disqu.-Sieg gegen S. Seipelt), Richard Löschel (Punktsieg gegen J. Atzesberger), Mirsel (Disqu.-Sieg gegen Schröger).
Vor dem letzten Kampf führte Deggendorf mit 15:13. Helmut Stoiber drückte mit dem Schlußgong A. Zessack auf die Schultern, aber einen Moment zu spät. Stoiber gewann so 7:1 und der Kampf endete Unentschieden. Zum Abschluß wurde Geiselhöring 17:15 bezwungen. Nach einer Rückrunde ohne Niederlage blieb 1971 der 2. Tabellenplatz.
Im Januar 1972 wurde beschlossen, daß sich die Abteilungen des Vereines (Fußball, Ringen und Turnen), die bis zu diesem Zeitpunkt ihre Mitglieder getrennt registrierten, zusammenschließen sollten. Fritz Brühmüller, der dort die Position des 1. Vorsitzenden bekleidete, kündigte (s. Bericht vom 27. 1. 1972 in der PNP) den Bau eines "Kleinstadions" und eine wesentliche Verbesserung der Fußball-Mannschaft (Aufstieg) an. Der ließ dann doch auf sich warten.
Eines der erfolgreichsten Meisterschaftsjahre stand bevor. Vier Meister stellte der SV Untergriesbach bei den Bezirksmeisterschaften im Freistil (Hofmann, Janos Fa, Josef Lorenz und Helmut Stoiber). Weitere gute Ergebnisse bei den Bayer. Junioren-Meisterschaften (1. Rang f. Schröger, 3. Rang für Josef Atzesberger und Fritz Wimmer, 5. Rang f. Helmut Atzesberger und 6. Platz für Josef Lorenz). Beim Grenzlandturnier war der AC Wals der erfolgreichste Verein.
Die Mannschaft kam in der Saison 1972 erneut auf den 2. Rang. Die Reserve des ATSV Kelheim verhinderte durch den Einsatz von 5 Ringern aus der "ersten" (14:18) die Meisterschaft. In der Saison 1973 wurde der Meistertitel in der Gruppenliga errungen. Der Aufstieg in die Bayernliga glückte jedoch nicht.
Das Jahr 1974 wurde Sepp Nebauer deutscher Juniorenmeister. Ernst Hack und Fred Gruber (Linz) verstärkten die Mannschaft. Das hatte zur Folge, daß in der kommenden Runde alle Kämpfe gewonnen wurden. International machte Max Schröger (in Teheran) seine ersten Gehversuche und Ernst Hack war bei allen nahezu allen bedeutenden internationalen Veranstaltungen dabei.
In der Aufstiegsrunde setzte sich der SV Untergriesbach im Januar 1975 gegen den TSG Augsburg (Ergebnis zwei mal 26:6) und die Spvgg Freising II (Vorkampf 26:6) durch. In der entscheidenden Begegnung wurde die Spvgg Freising auch ohne den verhinderten Ernst Hack mit 18:14 bezwungen. In der Mannschaft standen Reinhold Jungwirth (SS im Fliegen), Klaus Hazoth (SS im Bantam), Josef Lorenz (Feder/4:1 Sieger gegen Bedon), Toni Neudorfer (Leicht/4:5 PN gegen Schwaiger), Manfred Gruber (Welter/PN), Josef Nebauer (Mittel/SN gegen Pröls), Fritz Wimmer (Halbschwer / SS gegen Schluttenhofer), Max Schröger (Schwer/PN gegen Filiz).
Die Ereignisse in diesem Jahr häuften sich. Max Schröger erreichte bei der Europameisterschaft den 6. Rang und bei der WM in Minsk den 7. Rang. Der Besuch in Budapest (bei Vasas) zählt mit zu den Höhepunkten. Ein Freundschaftskampf gegen den ATSV Kelheim lockt 250 Zuschauer an und das Grenzlandturnier für Jugendringer findet in der Gymnasiumturnhalle statt. Nebauer wird in den DRB-Kader aufgenommen und Heinrich Höllinger 2. bei den bayer. Juniorenmeisterschaften.
Die II. Mannschaft wird erstmals gebildet. Durch einen Beschluß des österr. Amateur-Ringer-Verbandes durften Ernst Hack und Manfred Gruber nicht mehr für Untergriesbach starten. Manfred Gruber hielt sich nicht an den österr. Beschluß. In der ersten Bayernliga-Saison wird der Vicemeistertitel erreicht. Ausschlaggebend war bei Punktgleichheit mit Penzberg der letzte Saisonkampf gegen Trostberg.
Das Trostberger Tagblatt vom 15. 12. 1975 schrieb dazu: "Beim SV Untergriesbach mußte der Bayernliga-Meister eine bittere 19:13 Niederlage hinnehmen. Vor 400 erfreulich fachkundigen Zuschauern bestätigten die Gastgeber den erstklassigen Eindruck, den sie im Vorkampf in Trostberg hinterließen. Ihr Erfolg war zweifellos verdient und sportlich einwandfrei errungen." In der Untergriesbacher Mannschaft standen Karl Schiffler (Fliegen / SS), R. Jungwirth (Bantam/PN gegen Nachreiner), Höllinger (8:10 PN gegen F. Rottenaicher), Lorenz (Leicht/7:4 PN gegen H. Rottenaicher), M. Gruber (Welter/PS beim 6:6 gegen Moser), Nebauer (Mittel/SS gegen Maier), Seipelt (Halbschwer/PN 1:3 gegen Magg) und Schröger (Schwer/Aufgabe gegen Lechner).
Im Jahr 1976 verpaßt Max Schröger die Olympia-Nominierung. Sepp Nebauer gelingt bei den deutschen Meisterschaften nicht der große Wurf, dafür besiegt er beim "Großen Preis von Deutschland" den hoch eingeschätzten Schweden Elmgren. Beim Roger-Coulon-Memorial in Clermont Ferrand (Frankreich) wird Nebauer bester deutscher Teilnehmer mit dem 4. Rang. Bernhard Heppel wird deutscher Vicemeister (Schüler).
In Untergriesbach wird die Bayer. Schüler-Mannschaftsmeisterschaft ausgetragen, die Heimmannschaft erreicht den 5. Rang. Die Schüler-Mannschaftsrunde wird im Herbst gestartet. Ohne Niederlage wurde in der Mannschaftsrunde 1976 die Meisterschaft in der Bayernliga Süd erkämpft. Für den Aufstiegskampf zur II. Bundesliga Süd qualifizierte man sich nachdem der SC Nürnberg 04 (20:12 und 19:13) als Meister der Bayernliga Nord ausgeschaltet werden konnte.
Gegen die Stuttgarter Mannschaft RG Filder der wurde der Vorkampf mit 26:16 und der Rückkampf vor 850 Zuschauern mit 29:11 gewonnen. In der Mannschaft kämpften: Helmut Bumberger (Papier), Karl Schiffler (Fliegen), Joh. Haslböck jun. und Bernhard Heppel (Bantam), Heinrich Höllinger (Feder), Toni Neudorfer und Josef Lorenz (Leicht), Ludwig Pöppel (Welter), Josef Nebauer (Mittel), Fritz Wimmer (Halbschwer/Schwer), Siegfried Seipelt (Schwer/Halbschwer), Max Schröger (Superschwer). So lief das Jahr 1977 gut an.
Für Fritz Wimmer galt dies (4. bei den deutschen Freistilmeisterschaften) auch bei den Einzelwettbewerben. Sepp Nebauer wurde auch Vierter und Max Schröger kämpfte wie von allen guten Geistern verlassen und war nach zwei Runden aus dem Rennen. Auch durch den 2. Rang beim Großen Preis war die Presse nicht versöhnlich zu stimmen.
In der II. Bundesliga war der Kampf gegen den SC Anger vor eigenem Publikum das herausragende Ereignis. 800 Zuschauer erlebten einen 22,5:17,5 Erfolg. Die Heimmannschaft kämpfte in der Aufstellung:
Bumberger (Papier), Schiffler (Fliegen), Pauli (Bantam), Höllinger (Feder), R. Jungwirth (Leicht A), Ludwig Pöppel (Leicht B), Herbert Knödlseder (Welter), Sepp Nebauer (Mittel), Fritz Wimmer (Halbschwer) und Max Schröger (Schwer).
Mit dem 7. Rang zum Saisonschluß 1977 konnte man zufrieden sein, obwohl immer mehr erkennbar wurde, daß die II. Bundesliga für die Führungsmannschaft und die Organisation im Verein mehr als eine Nummer zu groß war. Versuche, den Verein auf eine breitere Basis zu stellen, scheiterten. Eine Versammlung, die in diesem Jahr angesetzt wurde, um das Funktionärsteam zu verstärken, erbrachte nicht das erhoffte Ergebnis.
Manche (der zu wenigen) Funktionäre in der Abteilung Ringen waren mit dem umfangreichen Tagesgeschäft, das die II. Bundesliga erforderte, über Gebühr ausgelastet und hin und wieder auch überfordert. Der Vereinsvorstand konnte aus dem Blickwinkel der untersten Talsohle des Leistungssportes (C-Klasse im Fußball) nur staunend das Geschehen im Ringen aus der Ferne "zur Kenntnis" nehmen.
1978 löste Toni Neudorfer jun. in der Trainingsverantwortung im Männerbereich Josef Neudorfer ab. Die Mannschaft konnte nur knapp einen Abstieg vermeiden (Rang 8 im Endergebnis). 1979 brachte die Ausrichtung der Bayerischen Meisterschaft in Passau (600 Zuschauer sind bei Landesmeisterschaften wohl auch heute noch Besucherrekord) noch einen kurzfristigen Höhepunkt. In der Vereinswertung wurde hinter Freising und vor Hallbergmoos der 2. Rang erreicht.
In der neuen Saison 1979 zeigte sich die Mannschaft in einem desolaten Zustand. Ein Tiefpunkt war der Kampf in Herbrechtingen (0:40). Nur wenig besser erging es dem Team in Trostberg. Das Trostberger Tablatt (15. 10. 79) stellte fest: "Die Niederbayern sind nur noch ein Schatten früherer Tage", fanden aber gleichsam lobende Worte wie z.B. für Norbert Rodler: "Der Gast fuhr nur nach Trostberg mit, um seine Staffel nicht im Stich zu lassen. Er war tags zuvor bei einem Unfall erheblich am Gesäß verletzt worden. Bei der augenblicklich schier hoffnungslosen Situation des Tabellenletzten eine bemerkenswert sportliche Einstellung."
Bei diesem Kampf in Trostberg waren dabei: Anetseder (Papier/SS), Rodler (Fliegen), Schiffler (Bantam/PS über Nachreiner), Bumberger (Feder/SN gegen Übelöhr), Höllinger (Leicht/SN gegen H. Rottenaicher), Heppel (Leicht/SN gegen F. Rottenaicher), T. Neudorfer (Welter/PN gegen Schmid), H. Knödlseder (Mittel/PN gegen R. Schmid), L. Pöppel (Halbschwer/PN bei 6:6 gegen Mayr) und Helmut Stoiber (Schwer/kampflos Sieger).
Daß auch in Zeiten der Niederlagen sportliches Verhalten anerkannt wurde, kam wiederum in dem Abschluß-Kommentar des Trostberger Tagblattes zum Ausdruck: "Am Ende mußten sich die Untergriesbacher mit 30,5 : 9,5 deutlich geschlagen geben. Diese leidgeprüfte Staffel, die zur Zeit vier Ringer der ersten Garnitur ersetzen muß, hat dadurch zwar erheblich an sportlichem Leistungsvermögen verloren, nichts aber an sportlicher Fairneß eingebüßt. Auch diese glatte Niederlage steckte die Niederbayern vorbildlich weg."
Am Ende der Saison blieb ohne Punktgewinn der letzte Platz. Gemeinsam mit Johannis Nürnberg und dem TV Traunstein war der Abstieg besiegelt. Während die Schülermannschaft dem deutschen Mannschaftsmeister Kelheim beim 16:24 nahezu Paroli bot, sah der Seniorentrainer Toni Neudorfer jun. keine Chance, mit der Mannschaft in der Oberliga einigermaßen über die Runden zu kommen. Die Trainingsqualität war seit 1977 so deutlich abgesunken, daß die Ringer von früheren Reserven zehrten, aber keine neuen Kräfte herangeführt werden konnten.
1980 wurde nach einer hohen Niederlage gegen Hallbergmoos II (10,5:29,5) kurz vor der Saison der Rückzug in die Bezirksliga angetreten. Das kostete dort DM 300,-- Strafe. In der Bezirksliga hätte man fast die Meisterschaft "verschlafen". Nur dem TSV Deggendorf war es zu verdanken, daß der Konkurrent um den Meistertitel, der ASV Cham, dort über ein Unentschieden nicht hinauskam.
Der Aufstieg in die Bayernliga Süd konnte mit einem Sieg über Berchtesgaden II im März 1981 erzwungen werden. In dieser Mannschaft traten an: Siegfried Gattermann (Papier), Hans Anetseder (Fliegen), Karl Schiffler (Bantam), Helmut Bumberger (Feder), Heinrich Höllinger (Leicht), Bernhard Heppel (Leicht), Ludwig Pöppel (Mittel), Siegfried Seipelt (Halbschwer) und Max Schröger (Schwer).
Es ging 1981 schnell wieder nach oben. Vaclav Vavrunek, der aus der CSFR geflohene Ringer, verstärkte das Team. Aufregung gab es um Vavrunek. Sein mitgeflüchteter Kamerad wurde vom tschechischen Geheimdienst umgedreht. Er verschwand mit allen Habseligkeiten von Vavrunek bei Nacht und Nebel zurück in die dortige CSFR.
Vor 520 Zuschauern wurde der AC Penzberg im Spitzenduell der Vorrunde besiegt. Die Penzberger hatten im Rückkampf die besseren Karten. Ohne Vavrunek, Heppel und Schiffler stürmten die Ringer Sekunden vor dem Wiegebeginn in den Raum. S. Gattermann hatte dazu noch Übergewicht und S. Anetseder war zu leicht. Im alles entscheidenden Kampf hatte man sich einen derart groben Aufstellungsfehler geleistet, denn beide hätten wechseln können; das Papier- und Fliegengewicht wäre regulär besetzt gewesen.
Penzberg gewann 21,5 : 17 und damit auch die Meisterschaft. In dieser Mannschaft standen: Hofer (Papier/SS), S. Gattermann (Fliegen), Anetseder (Bantam/SS gegen Simmeth), Höllinger (Feder/9:0 PS gegen Schreindl), Bumberger (Leicht/ 8:4 PS gegen Rager), Lorenz (Leicht /SN gegen Schmitt), T. Neudorfer (Welter/PS bei 3:3), Pöppel (Mittel/5:1 PN gegen Käser), R. Bauer (Halbschwer/PN gegen H. Petzenhammer), Schröger (Schwer/5:0 PS gegen E. Petzenhammer).
Ausgerechnet Sepp Lorenz, der die Saison über so konstant und sicher siegte, unterlief ein Fehler im letzten Kampf. Der Sepp war am Boden zerstört, doch keiner wollte ihm, der in der Saison sehr viel geleistet hat, wegen einem schwächeren Kampf die Schuld geben.
Es war in all den Jahren nicht leicht, die Gewichtsklassen immer zu besetzen. Die Mannschaft mußte aus sportlicher Sicht vollzählig antreten. Durch die Gewichtsklasseneinteilung war dies oft schwer zu erreichen. Ein Aushilfsringer im Papier- oder Fliegengewicht war häufig gefragt, was dazu führte, Hans Hofer, der dieses Gewicht wie maßgeschneidert hatte, häufig in (seiner Heimat in Österreich) aufgespürt werden mußte, um die Mannschaft zu vervollständigen. Manchmal gelang dies auch nicht.
Bei Meisterschaften machten 1982 Markus Gattermann, Andreas Buchetmann, Norbert Rodler und Robert Bauer von sich reden. Herbert Knödlseder hatte sich als Trainer im Schülerbereich etabliert. Am Ende der Saison stand der 1. Rang in der Bayernliga und der Aufstiegskampf zur Oberliga gegen Bamberg. 20:19 wurde daheim (vor 600 Zuschauern) gewonnen und in Bamberg 22:18 verloren. Der Aufstieg von Aichaich in die II. Bundesliga machte ein Nachrücken von Untergriesbach in die Oberliga möglich.
In der Saison 1983 verhinderte die Reservemannschaft von Hallbergmoos, daß wieder an die Türe der II. Bundesliga geklopft werden konnte. Meister wurde wiederum Bamberg vor Untergriesbach. Im entscheidenden Kampf gewann Bamberg auf eigener Matte vor 600 Zuschauern mit 20:19. Die Kampfbegegnungen: Hippacher (B) - Waldbauer 4:0 (SS), Seibold - Schröger 0:4 (SS), Hentschel - M. Gattermann 4:0 (SS) Weber - Vavrunek 0:4 (AS), Anetseder 0:4 (PS 16:4), Schrenker - Robert Bauer 4:0 (SS), R. Stadelmann - Gottfr. Gattermann 4:0 (SS), R. Stadelmann - H. Knödlseder 0:3 (1:0 PS), Lunz - H. Bumberger 3:1 (PS 11:6), Müller - Pöppel 1:3 (PS 7:3).
Max Schröger wurde einmal mehr dt. Vizemeister und auch Markus Gatterwann wurde 2. bei den dt. Schülermeisterschaften (gr./röm.).
In Untergriesbach wurde eine Tennisabteilung gegründet und die Fußballmannschaft belegte einen Mittelplatz in der B-Klasse. Zu Gast waren Ringer aus New Jersey und Montana. Die zusammengewürfelte US-Studentenauswahl unterlag mit 10:5. Dabei fiel auf, daß den US-Boys der Alkohol völlig fremd war. Den SV-Leistungsträgern war dies nichts neues, denn alkohol. Getränke nahmen Max Schrögöer, Sepp Nebauer, Fritz Wimmer und Heinrich Höllinger nicht oder nur sehr selten zu sich.
Ganz anders sah die Saison 1984 aus. Das alte Problem trat wieder auf. Hochtalentierte Nachwuchsringer konnten nicht in die Mannschaft integriert werden, der Trainer hatte sie vergrault. Am Ende wartete der 5. Rang. Auch die Reserve schnitt gut ab (2. Rang in der Bezirksliga) und die Schüler ereilte das gleiche Schicksal wie im Vorjahr (wieder 2. hinter Kelheim). Sepp Nebauer tat sich nun als Schülertrainer hervor, Herbert Knödlseder zog beruflich weg (Bad Tölz).
Trostberg war die letzte Station vor dem Abstieg. In dieser Mannschaft (8,5:31,5) waren vertreten: Papier: unbesetzt, Fliegen: E. Gattermann, Bantam: A. Miedl, Feder: H. Bumberger, Leicht: W. Kronawitter und W. Wilhelm, Welter: H. Knödlseder, Mittel: Josef Falkner im Kampf gegen den Neu-Trostberger Bernhard Heppel, Halbschwer: R. Bauer, Schwer: Siegfried Seipelt. Sepp Nebauer feierte dagegen mit der Nachwuchsmannschaft 1985 die erste Meisterschaft in der Jugend-Bezirksliga.
Das Jahr 1986 sah gute Leistungen von Untergriesbacher Ringern bei den Bayerischen Meisterschaften in Hauzenberg. Für den Nachwuchsbereich konnte ein Sportlehrer, Peter Hartl, zusätzlich gewonnen werden. Im Seniorenbereich mußte man sich die nächsten Jahre in der Bayernliga auf den Kampf gegen den Abstieg einstimmen, den man aber immer gerade noch verhindern konnte.
1987 wurde der erste Schulsportwettbewerb veranstaltet. In letzter Sekunde erhielt das Schulamt davon Kenntnis und wollte die Veranstaltung verhindern. Alle Schulen konnten nicht mehr rechtzeitig davon informiert werden, sodaß immerhin 57 Neulinge an der Veranstaltung teilnahmen. In der Gewichtsklasse bis 29 kg holte der damals 11jährige Thomas Killersreiter seinen ersten deutschen Meistertitel. Um den Klassenerhalt (Rang 5) wurde wieder einmal gezittert.
Besetzungsprobleme waren auch 1988 an der Tagesordnung. Doch immer wieder wurde mit Müh und Not ein Team auf die Beine gebracht. Der Abstieg war am Ende der Saison greifbar nah (Rang 7). Nur einem früheren Konkurrenten erging es noch schlimmer. Der KSV Bamberg rutschte in diesem Jahr an das Ende der Tabelle.
Die Jugendarbeit machte sich in hervorragenden Plätzen bei Meisterschaften bemerkbar und auch in der Mannschaft (Bezirksliga) erreichten die Schützlinge von Sepp Nebauer und Peter Hartl ( 1989 ) den 1. Rang. In der Bayernliga blieb diesmal der 5. Rang. Erstmals wurden Lehrer in Untergriesbach im Ringen ausgebildet. Der SV Untergriesbach war mit dafür verantwortlich, daß Ringen an Bayerns Schulen eingeführt werden konnte.
1990 konnte nach 15jähriger Suche mit Hans Stadlbauer ein Abteilungsleiter gefunden werden. Meist hatte Josef Neudorfer die in diesem Bereich anfallenden Tätigkeiten erledigt, die Funktion aber offen gelassen, um sie im entscheidenden Moment besetzten zu können. Im gleichen Jahr nahm das Mädchenringen einen bescheidenen Anfang. Die Jugendringer stürmten Bayerns Matten und setzten sich im Jugend-C-Bereich hinter dem SC Anger auf dem 2. Rang fest. In der Bayernliga schlug man sich so durch und belegte am Ende einen erstaunlichen vierten Platz.
1991 gab es im Mädchenringen erste bemerkenswerte Erfolge. In der Jugend-Bezirksliga verdrängte der SV Mietraching unsere Jugendmannschaft von der Tabellenspitze und in der Bayernliga wurde vor dem AC Penzberg gerade noch der 7. Rang erreicht. In Bayern fanden erstmals Schulsportwettbewerbe statt. Bei der Landkreismeisterschaft traten 64 Schüler an.
Beim ersten Landesfinale in Bayern (Plattling) waren Ringer mit dabei, deren Namen man später auch noch hören konnte, wenn zu den Kämpfen aufgerufen wurde. Andreas und Stefan Hacker (Kelheim), Christian Hasenstab (Hösbach), Thomas Killersreiter (Untergriesbach), Thomas Köppl (Berchtesgaden), Matthias Trapp (Großostheim). Das Landesfinale gewann dort die Hauptschule Kelheim vor der Volksschule Großostheim, die Realschule Hauzenberg wurde Dritter, die Volksschule Untergriesbach Sechster. Der Vereins- und Abteilungsgründer Toni Neudorfer verstarb am 20. 6. 1991.
Die Öffnungen der Grenzen im Osten hatten auf das Umfeld weitere Einflüsse. So konnten die gegnerischen Mannschaften mit Ringern aus dem Osten aufwarten und sich entscheidend verstärken. Toni Neudorfer holte mit Joachim Klopf einen Trainer aus Thüringen nach Untergriesbach, dessen Dienste auch der Bayerische Ringer-Verband bei Lehrgängen in Anspruch nimmt. Klopf übermahm das Training der Seniorentruppe.
Die Gegner in der Bayernliga wurden immer stärker. Vor allem Ringer aus dem Osten (Ungarn, Jugoslawien, Bulgarien, Ukraine, Rumänien und Polen) standen nach Ablauf der Wechselsperre in den Reihen der konkurrierenden Mannschaften. In der Rückrunde wurden wenig Kämpfe gewonnen und so wurde der Kampf in Schonungen zum Schicksalskampf. Ludwig Pöppel war nicht dabei, dafür sprang Sepp Nebauer ein.
Es wurde schließlich mit 19,5:18,5 gewonnen und der Ligaerhalt war gesichert. In der Mannschaft standen: Papier: Stefan Knödlseder (PS 18:4), Fliegen: Hubert Graf (erkrankt), Bantam: Thomas Killersreiter (SS), Feder: Karl Schiffler (PN 1:7), Leicht: Johann Knödlseder (SN) und Wilfried Wilhelm (PN 0:4), Welter: Bernhard Bauer (DN), Mittel: Sepp Nebauer (SS), Halbschwer: Andreas Buchetmann (SS) und Schwer: Robert Bauer (PS 2:0). In der Vorrunde hatte Jürgen Kronawitter für die eine oder andere positive Überraschung (Feder) gesorgt.
Die Jugendringer begannen das Jahr 1992 recht schwungvoll und setzten sich bei den Meisterschaften gut in Szene. Am erfolgreichsten waren die Mädchen, die bei den bayerischen Meisterschaften regelrecht abräumten und in der Mannschaftswertung den ersten Rang belegten.
Während des Grenzlandturniers, das aus Anlaß des 25 Jahrestages der Wiedergründung gut besucht war, erreichte uns die Nachricht vom (Unfall-)Tod von Helmut Stoiber, der uns in manchen Situationen ausgeholfen hat. Um im Jugendbereich einen größeren Einzugsbereich zu erschließen, wurde mit der SG Thyrnau-Kellberg eine Zweigstelle gegründet.
In der Ringer-Bayernliga tauchte mit TAS Regensburg eine Retortenmannschaft auf. Der Spuk war schnell vorbei, denn Regensburg wurde Meister, der SV Untergriesbach noch hinter dem TV Traunstein Dritter.
Die A-Jugendringer beherrschte 1993 die bayerischen Landesmeisterschaften. Im Freistil gewann der SV Untergriesbach die Mannschaftswertung (mit 30 Punkten) vor dem ASV Hof (15 Punkte). Ähnlich der Abstand im gr./röm. Stil. Untergriesbach sammelte 25 Punkte, der Zweitplazierte SC Anger erreichte 16 Punkte. Andreas Kasper, Siegfried Seipelt, Thomas Killersreiter und Stefan Knödlseder wurden bayer. Meister, Eine hoffnungsvolles Talent mußte aussetzen, Klaus Knödlseder brachte für die leichteste Klasse zu wenig Gewicht auf die Waage (damals gab es ein Mindestgewicht) und verabschiedete sich zunächst vom Ringen.
Die Jugendringer holten sich bei einer derartigen Überlegenheit problemlos den Titel des bayer. Mannschaftsmeister (Jugend A/B), bei den deutschen Meisterschaften sprang Rang sechs heraus. Bei den Ringern brach das Wechselfieber aus. Thomas Killersreiter schloß sich TAS Regensburg an, in Untergriesbach wurden die Lücke von zwei tschechischen Jugendringern geschlossen.
Mit Paulin Sterkaj landete ein starker Albaner in Untergriesbach, der zum Schluß in die Rundenwettkämpfe eingreifen konnte. Derart gestärkt wurde im Schlußspurt der dritte Rang hinter Aichach und Unterföhring, aber noch vor Trostberg und Traunstein erreicht. Im Rückblick mußte man feststellen, daß sich die Mädchen wieder an der bayer. Spitze etabliert hatten.
Die gute Nachwuchspflege war Grund genug, dem SV Untergriesbach das "Grüne Band der Dresdner Bank" zu verleihen.
Das Jahr 1994 begann wie das Vorjahr. Die Mannschaftswertung im Jugend-A-Bereich wurde wieder in beiden Stilarten geholt. Drei Jugend-A-Ringer rangierten bei der Deutschen Jugendmeisterschaft unter den ersten 10. Bei den bayer. Jugend-Mannschaftsmeisterschaften (A/B) war der schärftste Konkurrent der SC Nürnberg 04, der mit 24:7 verlor, der SV Hallbergmoos hatte mit mit 28:7 das Nachsehen. Bei den deutschen Titelkämpfen gab es zunächst einen unerklärlichen Einbruch, dessen Ursache erst später ausgeplaudert wurde. Untergriesbachs Ringerinnen waren in Bayern erneut ganz vorne.
Und wieder schlossen die Rundenwettkämpfe den Jahresreigen. Aufregung gab es, weil ein anonymer Briefschreiber die ausländischen Ringer bedrohte. Betroffen waren die Mannschaftskämpfe Traunstein -Geiselhöring, Untergriesbach - Willmering, Hof - Trostberg und Mietraching - Unterföhring. Dem Fachwissen des Briefschreibers war zu entnehmen, daß ein absoluter Insider die Zeilen verfaßte. Die Polizei war meist bei den Kämpfen vertreten, doch dann beruhigte sich alles wieder.
Die gegnerischen Mannschaften hatten sich mit hervorragenden ausländischen Ringern eingedeckt, in Untergriesbach hatte man die Lücken mit mittelmäßigen Ausländern geschlossen, um dem Nachwuchs die Chance zum Nachrücken zu geben. Mit dem fünften Platz konnte der direkte Abstieg aus der Bayernliga gerade noch vermieden werden.
Trotzdem standen Relegationskämpfe auf die Programm, die gegen den ESV München-Ost zu auszutragen waren und das Jahr 1995 sportlich einläuteten. Ein 18:12 Erfolg in München und der 16,5:14,5 Erfolg im Rückkampf sorgten für klare Verhältnisse in diesem Duell. Drei bayerische Meistertitel bei den Mädchen, ein Erfolg von Klaus Knödlseder bei den Junioren gegen Mario Anzenberger (Mietraching) waren die Ausbeute dieses Jahres. In der Bayernliga wurde Rang sechs erreicht, der Abstieg einmal mehr vermieden.
Andreas Kasper war 1996 der überragende Juniorenringer und holte sich im Fliegengewicht beide Bayern-Titel. Bayer. Meisterin wurde auch Gabriela Graßl und Elaine Summer belegte bei den int. Dt. Meisterschaften Rang zwei, Rang drei bei den dt. Meisterschaften.
Das 50jährige Vereinsjubiläum wurde im August gefeiert, die späteren Ergebnisse gaben weniger Anlaß zum Feiern. Zwar schaffte die Jugendmannschaft den Aufstieg in die Bayernliga, aber in der Mannschaftsrunde gab es für die Senioren wenig erfreuliches. Im entscheidenden Kampf gegen den Abstieg aus der Bayernliga gegen den SV Wacker Burghausen bemerkten auch neutrale Zuschauer, daß drei Untergriesbacher Athleten kräftig verschaukelt wurden. In der Burgstadt verlor die Mannschaft mit 14,5:14.
Da nutzte auch der 17:12 Sieg im Rückkampf nichts mehr, die Wackeraner hatten den Ligaerhalt gesichert, weil Geiselhöring zum Schluß nur noch fast mit der Reserve in Burghausen antrat. J-K. Neudorfer, zu dieser Zeit Vizepräsident Sport im bayer. Ringer-Verband, setzte eine Reduzierung der Ausländer in den oberen Bayer. Ligen (von 3 auf 1 Ringer) durch. Zudem wurde festgelegt, daß bayer. Ligen Amateurligen sind, wodurch das Bosman-Urteil hier keine Bedeutung erlangte.
1997 holte Elaine Summer den sechsten Bayerntitel. Die Ausländerdiskussion nahm allgemein breiten Raum ein, der DRB konnte sich zu durchgreifenden Regulierungen nicht entschließen. In der Landesliga erreichte man hinter Kelheim II und Freising den 5. Rang (vor dem ATSV Kelheim).
Nach einer durchwachsenen Meisterschafts-Saison 1998 erreichte die Landesligamannschaft den 3. Rang. Die Jugendmannschaft holte nur zwei Unentschieden und belegte in der Jugend-Bayernliga den 6. Rang. Da überlegte man, ob das Jugendteam freiwillig in die Bezirksliga absteigen sollte. Mit Guido Meltzer kam ein weiterer Trainer nach Untergriesbach, der der Jugendmannschaft eine Chance geben wollte.
In den Relegationskämpfen 1999 setzten sich die Jugendringer gegen Aichach, Regensburg und Penzberg durch und behielten den Platz in der Bayernliga. Die Erfolge im Jugendbereich nahmen zu. In der Abteilungsführung kehrte nach jahrelangem Hickhack Ruhe ein. An der Spitze der Abteilung steht nun ein Dreiergremium (Hans Heindl, Joachim Klopf und Hans Stadlbauer). Die Neuordnung auch auf anderen Gebieten führte dazu, daß nun plötzlich wieder Zulauf an Jugendringern verzeichnet wurde.
Bei den Meisterschaften verzeichnete man Erfolge wie schon lange nicht mehr. In der Landesligamannschaft machte sich bemerkbar, daß eine große Lücke an erfahrenen Ringern klaffte, der nun zahlreiche Nachwuchs noch ein paar Jahre Entwicklung benötigt. Da stellte sich die Frage, wo die jugendlichen Erfolgsringer von 1993/94 geblieben sind.
| » | Stefan und
Klaus Knödlseder: Durch Landwirtschaft und Beruf
überlastet, kamen nach einer Pause wieder zum Ringen zurück, sind nur teilweise verfügbar. |
15,4 % | ||
| » | Stefan
Graßl und Fritz Trautendorfer: Beide nahmen
zwischendurch eine Auszeit, kamen wieder zurück und hatten 1999 starke Beeinträchtigungen durch Bundeswehr (z. T. Bosnien-Einsatz) |
15,4 % | ||
| » | Andreas
Kasper: aus krankheitsbedingten Gründen die Karriere
beendet. Anm.: Ursache keine Verletzung aus dem Ringen |
7,7 % | ||
| » | Thomas Killersreiter und Armin Neudorfer wechselten zu anderen Vereinen | 15,4 % | ||
| » | Kevin Maier,
Andreas Kinateder, Jürgen Kronawitter, Siefried Seipelt
jun., Martin Knödlseder und Andreas Treml haben die Ringerschuhe an den Nagel gehängt. Ursachen: Ringen zu anstrengend oder andere Gründe. Eine Rückkehr vielleicht eines Ringers ist nicht auszuschließen. |
46,1 % |
Nach Abschluß der Saison 1999 wurde der Abstieg aus der Landesliga gerade noch vermieden (Rang 7). Die Jugendmannschaft etablierte sich dagegen in der Bayernliga (Rang drei). Ende 1999 wurde beschlossen, die Zweigstelle, die SG Thyrnau-Kellberg aufzulösen. Zu diesem Schritt führten zwei Gründe:
2. Der Vorsitzende der SG Thyrnau-Kellberg beendete seine Tätigkeit.
Damit muß leider ein Potential von ca. 20 Schülerinnen und Schülern aufgegeben werden, aber die Infrastruktur des SV Untergriesbach ist nicht darauf ausgerichtet, neben einem Boom im eigenen Ort eine weiteres Potential zu versorgen.
Der Nachwuchsboom setzte sich auch in 2000 fort. Dies führte dazu, daß bei den Bezirksmeisterschaften allein mehr als 1/3 der Teilnehmer aus Untergriesbach kam. Die Ergebnisse der Meisterschaften des neuen Jahrtausends lassen einen Aufwärtstrend erkennen. Für die neue Saison soll wieder eine Reservemannschaft aufgeboten werden und wie in den 80er Jahren eine zweite Jugendmannschaft.
In über fünf Jahrzehnten Rückblick ist von Höhen und Tiefen zu berichten. Eines sind die Ringer geblieben: Das Aushängeschild Nr. 1 von Untergriesbach. In keinem anderen Bereich wird soviel in fremden Zeitungen über Untergriesbach zu lesen sein.
Der Streifzug durch 1/2 Jahrhundert Geschichte des Ringens nach 1946 beruht auf einem Blättern in den vorhandenen Unterlagen. Mancher Name ist dabei wegen nicht (mehr) vorhandenem Material oder andererseits wegen der Fülle der Informationen untergegangen und vielleicht nicht gebührend gewürdigt worden. Die betreffende Person möge dies dem Redakteur bitte verzeihen, und glauben, daß dies jedenfalls keine Absicht war.
Viele Spuren, die hier nicht so ausführlich behandelt werden konnten, hat auch die europäische Geschichte hinterlassen. Vom ersten Ungarn-Flüchtling Janos Fa, der 1991 nach Untergriesbach kam und den (mittlerweile) verstorbenen Abteilungsleiter Toni Neudorfer sen. besuchen wollte, bis hin zum Albaner Paulin Sterkaj, den die Öffnung Albaniens wieder die Rückreise einbrachte oder dem Kosovo-Albaner Kupina Baki, dem Bayern wohl zur neuen Heimat wird.
Internationale Kontakte, z. B. mit Vasas Budapest mit dem Olympiasieger von 1972, Csaba Hegedüs oder einer amerikan. Studentenauswahl vermittelten besondere Eindrücke. Ein Teil europäischer Geschichte war auch die Flucht von Vaclav Vavrunek aus der CSSR.
Einige Zeitzeugen leben nicht mehr, so z. B. der Vereins- und Abteilungsgründer Toni Neudorfer, Helmut Stoiber oder Hans Haslböck jun. und sen. Die Chronik der Abteilung legt vieles offen, aber nicht alles kann wiedergegeben werden. Zu einer sachlichen Aufarbeitung zählen positive wie auch negative Erlebnisse, die in der Nachbetrachtung berücksichtigt wurden.
In der jährlichen Betrachtung geht unter, daß drei Personen seit der Wiedergründung der Abteilung in 1967 ohne Unterbrechung (Siegfried Seipelt, Josef Atzesberger und Josef Neudorfer) ihren Einsatz erbrachten.
Die Trainer und Betreuer, die Helfer am Rande, nicht immer im Mittelpunkt des Geschehens, tragen in elementarer Weise zum funktionieren des Sportgeschehens bei. Ohne sie geht es schlicht und ergreifend nicht. Die Funktionäre halten einen Verein am Leben, auch wenn sie (meist unberechtigt) in der Kritik stehen.
März 2000
Josef-Karl Neudorfer