Wissenswertes - Forschungsberichte 20.09.2001

Ringen boomt an den US-High-Schools (09.02.2000)
Bei den Zuwachsraten rangiert Ringen staatenweit an vierter Stelle

Die Statistik der NFHS (National Federation of State High Scholl Associations) weist im Vergleich der Jahre 1997/98 und 1998/99 ein außerordentliches Wachstum aus. In allen Wettkampfklassen wurden überdurchschnittliche Zuwachsraten erzielt, Ringen selbst ist zur sechststärksten männlichen Sportart an den High-Schools herangewachsen.

Das Wachstum hat dem Bericht der NFHS zufolge alle Kategorien erreicht. Die Anzahl der Mannschaften stieg ebenso an, wie die Teilnehmer im männlichen und weiblichen Bereich. Der Trend setzt sich nun bereits im fünften Jahr fort und mit 235.973 männlichen Teilnehmern nimmt Ringen in der US-Sportszene einen Spitzenplatz ein.

Nur Football, Basketball, Leichtathletik, Baseball und Fußball melden mehr Teilnehmer. Mit einer jährlichen Zuwachsrate von 3 % oder knapp 6.800 Aktiven wurde Ringen nur von Football, Fußball und Golf übertroffen, in der Anzahl der Mannschaften sind neben den genannten führenden Sportarten noch Tennis und der Geländelauf stärker vertreten.

Aber auch bei den Mannschaften hat man im US-Ringen eine Zuwachs von 1,4 % (122 Mannschaften) zu vermelden. Die stärksten Zuwachsraten nehmen die Ringerinnen für sich in Anspruch. Die 454 Neuzugänge bedeuten einen Zuwachsrate von 24 %. Auf 2.361 High-School-Ringerinnen ist die Szene binnen kurzer Zeit angewachsen. Seit 1997/98 hat sich die Anzahl fast vervierfacht.

Im Gegensatz zum Ringen in Deutschland - hier muß man Mitgliederschwund (jährlich zwischen 1 und 2 %) und noch größeren Rückgang bei den Mannschaften hinnehmen - sehen sich die Ringer über dem großen Teich einem beneidenswerten Boom ausgesetzt. Die genauen Gründe, warum sich Sportarten so unterschiedlich entwickeln, lassen sich ohne genauere Untersuchung nicht feststellen.

Es liegt jedoch nahe, daß die Integration des Ringens in die Schulen von hoher Bedeutung ist. Ringen ist in den USA ein angesehene Sportart. Angesehene Personen bekennen sich dazu, Ringer zu sein. Darunter auch der Erfolgsautor John Irving, der auch in Deutschland mit seinen Bestsellern Spitzenplätze einnimmt.

Aus der Sicht des Spitzensportes besteht hier ein enger Zusammenhang. Die US-Athleten waren bisher bei der Olympiaqualifikation recht erfolgreich. Immerhin schafften auf Anhieb sechs US-Freistil-Boys einen Startplatz für Sydney zu ergattern. Im Freistil-Weltcup setzten sich die US-Boys auch gegen Rußland durch und ohne Zweifel werden diverse Medaillen in Sydney von US-Ringern erkämpft werden.

Geht man davon aus, daß sehr viele Trends über den Teich schwappen, bleibt die Frage offen, wann der deutsche Ringersport von dieser Entwicklung profitiert. Dazu müssen bei uns aber auch die Voraussetzungen in Verbänden, Vereinen und Schulen für eine positive Entwicklung geschaffen werden.

Zur Übersicht