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Ringen macht Spass
Der Aufforderungscharakter des Ringens
"Kinder und Jugendliche rangeln gerne, und das in fröhlicher Stimmung. In der Schule ist das eine durchgängige Erscheinung von der Klasse 1 bis 10." Diese Auffassung vertritt Prof. Jürgen Funke, Prof. für Sportwissenschaft in Hamburg (lt. Sportpädagik 4/88).

Wie man hier deutlich feststellen kann, stimmt diese Annahme. Es ist ein Riesenspaß für Kinder und Jugendliche, miteinander zu balgen. Dabei sucht man sich oft einen großen Brocken aus. Das kann man auch ungestraft tun, denn die Angreifer wissen, daß sie nichts ernsthaftes zu befürchten haben.
Heute wird dies oft mißverstanden - zu schnell verhindern in manchen Schulen übereifrige Lehrkräfte solche Situationen. Dabei handelt es sich hierbei um keine ernsthafte Auseinandersetzung. Spaß pur ist hier angesagt.
Nachdem manche Schulen (noch) nicht in der Lage sind, solche Begegnungsformen in geregelter Form ablaufen zu lassen, bleibt nur der Weg über die Ringervereine - und da ist der SV Untergriesbach natürlich allererste Adresse.

Der Aufforderungscharakter wird unterschätzt, meinte die Nicole Schuncke, in ihrem Praxisbericht "Ringen im Kindertagesheim". Dort hatte die Praktikanten erfolgreich ein vielbeachtetes Projekt durchgeführt.
Texier meint in einem Beitrag in der Zeitschrift Sportpädagogik (4/88):
"Ringen in Form einfacher Kampfspiele ist eine vergnügliche Tätigkeit.".
Prof. Dr. Schardt (Universität Würzburg) hat herausgefunden:
"Beim Vergleich mit anderen Sportarten zeigt sich, daß die Ringer bei der kardiozirkulatorischen Leistungsbreite und der maximalen Sauerstoffaufnahme ganz hervorragend abschneiden.
Die fünf motorischen Eigenschaften (Flexibilität, Koordination, Kraft, Schnelligkeit und Ausdauer) werden beim Ringen sie sonst bei kaum einer anderen Sportart in einem ausgewogenen Maß geschult und angewendet. Da ... wird das Herz-Kreislaufsystem besonders gut trianiert und eine hohe Sauerstoffaufnahme erreicht."
Auf eine kurze Formel gebracht: Der Internist Prof. Schardt empfiehlt Ringen.
Wie man auf den Fotos vermutet, will der Spaß nicht enden. Natürlich besteht das Training nicht nur aus Spaß und Gaudi, aber die Trainer bauen solche Tollstunden doch manchmal ein. Um bei Meisterschaften, Mannschaftskämpfen und Turnieren eine ansprechende Leistung zu bringen, wird auch Trainingsdisziplin verlangt.
Wie man anhand der Bilder sieht, läßt Ringen im Verein auch Freiraum für beliebte Kampfspiele. Da kann es schon einmal wild durcheinander gehen. Wer ist wo, wem gehört was?

Für die Jugendlichen ist dies eine echt coole Sportart. Nun ist auch das bayerische Kultusministerium darauf aufmerksam geworden. Zunächst wurde in Bindlach (bei Bayreuth) eine Gruppe Ringen in der Grundschule eingerichtet. Der Erfolg war überwältigend. 45 Schüler/innen aus den Klassen 1 und 2 haben sich für Ringen entschieden.
Auch im Trainingsbetrieb des SV Untergriesbach herrscht keine Langeweile. Da gibt es noch die besonderen Vorteile, die keine andere Sportart so wie Ringen anzubieten hat. Prof. Dr. Atzesberger hat festgestellt:
"Zum psychologischen Wert des Ringens ist festzustellen, daß es als Kampfsport einen besonderen Beitrag zur Entwicklung des Selbstbewußtseins, der seelischen Ausgeglichenheit und des Respektes vor dem anderen leistet."
Nun, seelisch ausgeglichen wirken unsere Jungs, Respekt vor dem anderen haben sie auch gezeigt. Keiner hat sich weh getan, das tolle Kampfspiel hat aber noch mehr zu bieten, wie Prof. Atzesberger meint:
"Auf der Suche nach vielseitig-intensivem sportgerechten Körpertraining bietet sich Ringen zweifellos als beachtesnwerte Alternative dar."
Prof. Atzesberger fügt hinzu: "Ein sportpädagogischer Schwerpunkt wird ... bei der Ringerausbildung liegen, wobei man das Glanzstück des Ringens, das vielseitig intensive Körpertraining, voll vermitteln wird."
In der Sprache der Jugend bedeutet dies, daß der Körper ganz schön knackig wird.

Unser jungen Ringer haben nach einiger Zeit ihr Kampfspiel beendet. Die Natur hat ihr Recht eingefordert, die Jugendlichen sind abgekämpft, sichtlich zufrieden und voller Spaß.
Stand: 05/2000 (JN)