Wissenswertes - Regelkunde, Hinweise & Änderungen 09.04.2001

Das Poolsystem - Ein Ratgeber für Jedermann
von Roland "Daffy" Dörfler

Inhaltsverzeichnis: (Bitte wählen Sie mit der Maus aus)

1.   Vorwort
2.   Nordisches Turnier
2.1   Einteilung der Ringer
2.2   Platzierung
3.   Poolsystem
3.1   Einteilung in Pools
3.2   Ausscheidungsrunden
3.3   Poolvierter und Poolfünfter
3.4   Poolfinalkasten
3.5   Poolsieger
3.6   Poolzweiter und Pooldritter
3.7   Finalkämpfe um Platz 1 – 6
3.8   Finalkämpfe um Platz 7 – 10
4.   Ausdruck auf Papier (Drucker)

1. Vorwort:

Das Poolsystem ist nach den Olympischen Spielen in Moskau aus dem Ungarischen System entstanden. Die Ungarn hatten 1937 ein Wettkampfsystem für die Ringer erfunden, bei dem nur noch ein einmaliges Auslosen erforderlich war. Das Reglement galt 43 Jahre bei der FILA. Ziel des Ungarischen Systems war immer, am Ende die drei Medaillengewinner zu ermitteln. Daher kommt auch der obligatorische Finalkasten für die letzten drei Ringer. Damals gab es nur eine Liste mit allen Ringern und jeder mußte mit jedem ringen bis drei Ringer übrig blieben. Nach einem unverständlichen Fehlpunktsystem wurden die Sportler eliminiert. Eine Schulterniederlage und zwei Punktsiege reichten aus, damit man nach sieben Schultersiegen trotzdem die Heimfahrt mit leeren Händen antreten mußte. Als bekanntes Beispiel kann man den Bantamgewichtler Traikow aus Bulgarien nennen. Bei den Olympischen Spielen in München hatte er auf seinem Gutkonto zwar sechs Punktsiege und schied damit aus dem Turnier ohne jegliche Niederlage als Fünfter aus. verlor gegen den Ungarn Varga nach Punkten und der Ungar schied dadurch ebenfalls als Vierter unglücklich aus. Für H.J.Veil war es die erste Niederlage und er gewann am Ende bekanntlich Silber im Bantamgewicht. Aus dieser Zeit stammt auch der Satz: Er siegte sich zu Tode. Um das große Teilnehmerfeld besser in den Griff zu bekommen, bildete man deshalb ab 1980 zwei Pools, schuf das Fehlpunktsystem ab und ein Ringer schied erst nach zwei Niederlagen aus. Ansonsten wurden aber alle Grundsätze des Ungarischen Systems übernommen. Nur anstelle von Fehlpunkten vergab man nun Gutpunkte, die oft eine wichtige Rolle spielen können.

Damit war und ist auch weiterhin gewährleistet, dass selbst ein schwacher Sportfreund zumindest zwei Mal auf die Matte darf und ein guter Ringer nach einer Niederlage nicht sofort die Heimreise antreten muss. Ein echtes und leicht verständliches K.O.-System wie beim Tennis gab es bei der FILA nie. Viele Änderungen haben eigentlich nie eine Verbesserung gebracht. Wenn Eltern bei einem Turnier mit dieser Frage kommen: "Wie steht es mit unserem Sohn?" – dann sollte man mit der Antwort vorsichtig sein. Beim Fußball kann man das Zwischenergebnis anhand der Tore und der Siege und der Niederlagen sagen. Beim Golf kann man auf die Anzahl der Schläge verweisen und beim Ringen kann man die Eltern nur zu den Turnierlisten bitten. Meine Antwort lautet meistens: "Wenn er weiterhin alle Kämpfe gewinnt, wird er Erster". Aber wehe, wenn der Junior schon eine Niederlage hat. Dann steht die Antwort in den Sternen. Er kann dann noch Erster oder Fünfter werden. Im Falle einer weiteren Niederlage kann er unplatziert ausscheiden oder aber doch noch im Teilnehmerfeld bleiben. Zu jeder Regel gibt es praktisch eine Ausnahme.

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2. Nordisches Turnier

Dieses Wettkampfsystem wird und wurde international praktisch nie benötigt, da bei den Olympischen Spielen, einer WM oder einer EM immer genügend Ringer auf die Waage gehen. Bei Regionalmeisterschaften und Vereinsturnieren findet man jedoch überwiegend eine schwache Beteiligung und in vielen Gewichtsklassen trägt man deshalb notgedrungen das Nordische Turnier aus, damit zumindest einige Kämpfe stattfinden können. Bei Bezirksmeisterschaften sind aufgrund der rückläufigen Tendenz inzwischen fast nur noch "Nordische Listen" zu entdecken.

Das Nordische Turnier gilt bei zwei bis fünf Teilnehmern. Eine Einteilung in zwei Pools erübrigt sich bei so geringer Teilnehmerzahl. Jeder Teilnehmer muss mit jedem Konkurrenten ringen. Ein Ausscheiden nach zwei Niederlagen gibt es nicht. Damit gibt es auch keine Ausscheidungsrunden und der abschließende Finalkasten für die letzten drei Ringer entfällt bei diesem Modus ebenfalls. Nur wegen Verletzung oder Disqualifikation bei Unsportlichkeit kann ein Ringer von der Turnierliste gestrichen werden.

Der Regeltext lautet deshalb national im Original im Artikel 5: Wird ein Ringer nach Beginn der Kämpfe in der jeweiligen Gewichtsklasse disqualifiziert und scheidet dadurch aus dem gesamten Wettbewerb aus, zählen für die Platzierung nur die Ergebnisse der verbleibenden Ringer untereinander. Scheidet ein Ringer nach Beginn der Kämpfe wegen Verletzung aus, und die Verletzung wird nach Artikel. 26 dieser Regel begründet, wird er entsprechend seinem Ergebnis bis zu diesem Ausscheiden platziert. Sein oder seine Gegner werden Sieger und erhalten 4 Punkte. Ist dies nicht der Fall, zählen dann auch hier nur die Ergebnisse der verbleibenden Ringer untereinander. (Ausnahme: Wenn sich ein regulär gewogener und gepaarter Ringer vor dem Beginn der Kämpfe für die betreffende Gewichtsklasse verletzt, muß neu gepaart werden. Textende im Original.

Der Trainer muß also erneut sein Regelwerk in der Sporttasche suchen und den Artikel 26 lesen. Im Klartext wird mit den Artikeln 5 und 26 folgende Tatsache ausgedrückt: Wer disqualifiziert wird oder unentschuldigt mit und ohne Verletzung nicht antritt, wird so behandelt, als wäre er Luft. Wer sich vor der ersten Kampfrunde verletzt, wird ebenfalls als nichtanwesender Ringer behandelt. Man will also eine Wettbewerbsverzerrung vermeiden und beachtet nur die Ergebnisse der restlichen Sportler untereinander. Wer seine Verletzung nachweisen kann und dies auch im Wettkampfbüro anzeigt, wird gewertet, platziert und seine noch ausstehenden Kämpfe bringen den Gegnern jeweils vier Punkte.

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2.1 Einteilung der Ringer

Nach dem Abwiegen werden die zwei bis fünf Teilnehmer anhand der Losnummern aufsteigend durchnumeriert und in die Liste eingetragen. Die Wettkampflisten enthalten im rechten Teil überwiegend schon die Paarungsmöglichkeiten, da es hiervon keinerlei Abweichungen gibt. Es gilt wie immer die Regel: Der erstgenannte Ringer kämpft mit dem nächstmöglichen Gegner. Bei fünf Ringern lautet die 1. Runde: 1-2, 3-4 und 5 frei. Das Freilos rückt in der zweiten Runde an die erste Stelle und sie lautet dann 5-1, 2-3 und 4 frei.

2.2 Platzierung

Bei der Platzierung nach vier Runden (bei fünf Ringern) bzw. drei Runden (bei vier Ringern) etc. geht es nach folgenden Kriterien: Nicht etwa die Pluspunkte, sondern die Anzahl der Siege ist entscheidend. Wer alle Kämpfe gewinnt, ist immer Erster. Vielleicht sollte man in den Nordischen Listen neben den Punkten noch eine Spalte "Anzahl der Siege" einfügen, damit diese wichtige Tatsache den Eltern und Jugendlichen deutlich wird.

Beispiel:

Los Name Verein Geg 1. R Geg 2. R Geg 3. R Geg 4. R Geg 5. R Siege Pkt Platz

1

Max Vierter Leverkusen

2

0

5

0

4

4

3

0

Freilos

1

4

IV.

2

Hans Vize Schalke

1

3

3

0

5

3

Freilos

4

3

3

9

II.

3

Fritz Eins Rostock

4

4

2

4

Freilos

1

4

5

3

4

15

I.

4

Kurt Loser Berlin

3

0

Freilos

1

0

5

0

2

0

0

0

V.

5

Karl Bronze Frankfurt Freilos

1

4

2

1

4

4

3

1

2

10

III.

Der Rostocker Fritz Eins hatte vier Siege und ist damit eindeutig bester Ringer in dieser Gewichtsklasse. Ob er nun 12, 13, 14, 15 oder 16 Punkte auf der Habenseite erringen konnte, ist im Endeffekt absolut unwichtig. Ihm gehört immer die Goldmedaille. Zweiter ist der Ringer Vize aus Schalke. Auch seine Punktzahl ist nebensächlich. Im geschilderten Beispiel verlief alles normal und die Platzierung kann von jedem Sportfreund schnell und problemlos durchgeführt werden. Karl Bronze hat zwar schöne zehn Punkte erringen können, doch mit nur zwei Siegen hat er immer das Nachsehen.

Ein Ringer mit drei Siegen durch Kampfrichterentscheid (= 9 Punkte insgesamt) wird natürlich vor einem Ringer mit nur zwei Schultersiegen und zwei Punktniederlagen z.B. mit jeweils 1:9 PN (=10 Punkte) platziert. Kritisch wird es für den Laien, wenn sich die Ringer gegenseitig besiegen und die gleiche Anzahl von Siegen vorweisen können.

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Hier die Aufklärung:

Haben zwei Ringer die gleiche Anzahl von Siegen, zählt immer der direkte Vergleich. Haben drei Ringer die gleiche Anzahl von Siegen, aber unterschiedliche Gutpunkte, zählen zunächst die Gutpunkte. Der Ringer mit den meisten Pluspunkten ist Erster und für die beiden restlichen Ringer zählt wieder der direkte Vergleich.

Sind die drei Ringer auch nach Gutpunkten gleich, müssen von diesen drei Ringern die technischen Wertungen des gesamten Teilnehmerfeldes nachgeprüft werden. Von den beiden Ringern mit den meisten technischen Wertungen, wird im direkten Vergleich der Bestplatzierte ermittelt. Der dritte Ringer mit den wenigsten technischen Punkten wird in diesem Fall Dritter. Nachdem beim Nordischen Turnier jeder mit jedem gerungen hat, ist dies die gerechteste Lösung.

Haben vier oder sogar fünf Ringer die gleiche Anzahl von Siegen, aber unterschiedliche Gutpunkte, zählen auch wieder die Gutpunkte. Der Ringer mit den meisten Pluspunkten ist Erster und für die beiden restlichen Ringer zählt wieder der direkte Vergleich. Analog wird für die weiteren Plätze verfahren. Dies gilt auch für alle Plazierungen, wenn ein klarer Erster oder Letzter feststeht.

Haben vier oder sogar fünf Ringer die gleiche Anzahl von Siegen und gleiche Gutpunkte, müssen von diesen vier oder fünf Ringern die technischen Wertungen berücksichtigt werden. Von den beiden Ringern mit den besten technischen Wertungen, wird im direkten Vergleich der Bestplatzierte ermittelt. Analog wird für die weiteren Plätze verfahren. Sind auch die technischen Wertungen aller Ringer gleich gilt folgende Platzierungsregel:

Ist nach einem Kriterium eine Platzierung gefunden, zählt für die weiteren Platzierungen immer wieder der direkte Vergleich. Lassen Sie sich von diesen Erläuterungen bitte nicht verwirren. Es kann natürlich passieren, dass sich bei vier Ringern alle gegenseitig besiegen und am Ende dadurch auch die gleichen Gutpunkte haben. Dann muß man ins Wettkampfbüro gehen und die Punktzettel genau studieren. Wer hier ein Ergebnis von 15:14 auf dem Punktzettel notiert bekommen hat, ist natürlich gegenüber einem blitzschnellen Schultersieger mit Nackenhebel (2:0 Wertungspunkte) im Vorteil. Spätestens hier findet man schnell den Bestplatzierten mit den meisten Wertungspunkten (5, 3 etc.):

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3. Poolsystem

Das Poolsystem gilt ab sechs und mehr Teilnehmern und wird in Deutschland besonders im Jugendbereich und im weiblichen Ringen angewendet. Man wollte damit die endlosen Listen aus dem Ungarischen System halbieren und dem Laien verständlicher machen, sowie dem Zuschauer echte Finalkämpfe um die Medaillen ermöglichen. Das Rätselraten bei den Medaillengewinnern der letzten 43 Jahre wurde jedoch ab 1980 auf die drei Poolfinalisten verschoben. Dafür gibt es aber für Zuschauer, Sportler und Medien klare Aussagen bei den Medaillenkämpfen. Die jeweiligen Poolsieger kämpfen um die Goldmedaille, die beiden Poolzweiten um Bronze und die Pooldritten um die Plätze fünf und sechs. Bei Deutschen Jugendmeisterschaften wird sogar bis Platz 10 ausgerungen. Dies bedeutet, dass man in einem quantitativ stark besetzten Pool eine Niederlage praktisch nicht mehr wettmachen kann und mit der Gold- auch die Silbermedaille im Normalfall für immer verloren ist. Doch hier sollte man nicht verzagen, denn beim Ringen gibt es immer eine Ausnahme von der Regel!

3.1 Einteilung in Pools

Nach dem Abwiegen werden alle Teilnehmer anhand der Losnummern aufsteigend durchnumeriert. Die ungeraden Laufnummern (nicht etwa die Losnummern!) kommen immer in Pool A und die geraden Laufnummern in Pool B. Die Laufnummern 1, 3, 5, 7, 9, 11, 13 etc. lauten nun A1, A2, A3, A4, A5, A6, A7 etc. .

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3.2 Ausscheidungsrunden

In beiden Pools werden nun die Ausscheidungsrunden ausgetragen. Der Name sagt eigentlich alles aus. Sobald ein Ringer zwei Niederlagen hat, scheidet er mit der Anzahl der erreichten Pluspunkte aus, damit das Teilnehmerfeld immer kleiner wird und wird anhand der Pluspunkte platziert. Schließlich will man nur die besten drei Ringer in jedem Pool ermitteln und ab der dritten Runde trennt sich immer mehr die Spreu vom Weizen. Es gilt von Anfang an wie immer die Regel: Der erstgenannte Ringer kämpft mit dem nächstmöglichen Gegner, mit dem er noch nicht gekämpft hat. Bei sieben Ringern im Pool A lautet die 1. Runde: 1-2, 3-4, 5- 6 und 7 frei. Das Freilos rückt in der zweiten Runde an die 1. Stelle (um nicht wieder in den Genuß eines Freiloses zu kommen) und die Paarungen lauten 7-1, 2-3, 4-5 und 6 frei. Das Freilos behält seinen Platz an der 1. Stelle so lange, bis ein Ringer mit der nächstniedrigen Nummer ein Freilos erhält und anschießend vor ihn gesetzt wird. Natürlich kann es wie immer Ausnahmen geben. Falls mehrere Ringer kampflos bleiben würden, muß der erstgenannte Ringer evtl. mit dem übernächsten Gegner kämpfen bzw. kann auch ein Freilos entzogen werden, wenn die Paarung der anderen Ringer ansonsten unmöglich wäre.

Als erste Ausnahme bei den Ausscheidungsrunden bleibt jedoch dieser Fall: Sind nur noch vier Ringer im Pool und zwei davon müßten laut Reglement mit zwei Niederlagen ausscheiden, wird noch ein dritter Ringer für den Kampf um Platz fünf und sechs benötigt. Es würde sich auch nicht gut anhören, wenn man zum Pooldritten aus Pool B sagen müßte: "Dein Finalkampf um Platz fünf und sechs fällt aus, weil im Pool A zu viele Ringer ausgeschieden sind!"

Die beiden eigentlich bereits ausgeschiedenen Ringer bekommen also noch eine weitere Chance und werden deshalb nach folgendem Kriterium betrachtet: Wie lautet der direkte Vergleich? Voraussetzung ist also, dass sie miteinander gekämpft haben. Kam es nie zu diesem direkten Vergleich, entscheiden die höhere Pluspunkte der beiden Ringer. Sind sie hier gleich, kommt es noch zu einem Platzierungskampf. Dies ist also die erste Ausnahme von der Grundregel und ein Ringer kann somit auch drei Niederlagen erhalten. Der Sieger des Plazierungskampfes ist glücklicher Pooldritter und darf noch um Platz fünf und sechs gegen den anderen Pooldritten kämpfen. Nachdem er schon zwei Niederlagen auf dem Konto hat, bleibt ihm ein Vergleich mit den beiden anderen Ringern in seinem Pool untersagt. In der Praxis hat dieser Kampf jedoch meistens stattgefunden. In diesem Fall benötigt man also keinen Finalkasten für die letzten drei Ringer. Der Pooldritte steht nach seinen zwei Niederlagen und dem Sieg gegen den Poolvierten fest und die beiden anderen Sportler tragen das Poolfinale aus, denn bei diesen beiden entscheidet wieder der direkte Vergleich. Es wird den Sportlern trotzdem wesentlich deutlicher dargestellt, wenn man im Finalkasten beim Pooldritten jeweils vier Striche macht und die Punktzahl Null einträgt. Dann bleiben nur noch zwei Felder im Quadrat übrig für den Poolfinalkampf der beiden anderen Sportler.

Wie immer gibt es noch eine zweite Ausnahme zum Thema Ausscheidungsrunden. Sind nur noch fünf Ringer im Pool und drei oder mehr davon müßten laut Reglement mit zwei Niederlagen ausscheiden, werden ebenfalls noch Ringer für das Poolfinale benötigt. Auch hier ist die Formulierung sehr unglücklich. Wenn tatsächlich nur noch fünf Ringer im Pool sind, können je Runde nur maximal zwei Ringer ausscheiden. Es gibt höchstens je Runde zwei Kämpfe ein Freilos. Falls jeder Ringer mit einer Niederlage belastet ist, kann es also nur zu zwei Ausscheider je Runde geben. Anders sieht die rechnerische Möglichkeit bei sechs Ringern aus. Hier könnten tatsächlich drei Sportler je Runde ausscheiden. In diesem Fall bleiben aber mindestens die drei gesuchten Poolfinalisten übrig. Vielleicht wurde dieser Satz eingefügt, weil in einem speziellen Fall von fünf Poolringer mehrer ausscheiden mußten und ein Siegringer verletzt aufgab. Eine andere Konstellation ist praktisch nicht denkbar (vgl. IV): Die nachfolgende Erläuterung sollten Sie deshalb zur Kenntnis nehmen und mir mitteilen, wann und wo dieser Sachverhalt aufgetreten ist. Zurück also zu unserem Regelwerk im geschilderten Fall: Man braucht halt einfach einen Ringer für den Kampf um Platz fünf und sechs. Für die Platzierung gelten diese Kriterien:

  1. die meisten Siege
  2. die meisten Schultersiege
  3. die meisten Siege mit 4:0
  4. die meisten TÜP-Siege mit 4:1
  5. die meisten Siege mit 3:0
  6. die meisten Siege mit 3:1
  7. die höhere Gutpunktzahl
  8. die Anzahl der technischen Wertungspunkte
  9. besteht danach immer noch Gleichheit, entscheidet das Los.

Lassen Sie sich von diesen Erläuterungen bitte nicht verwirren. In diesem Fall muss man die Wettkampfliste nachlesen, denn es geben die Ergebnisse der Ausscheidungsrunden den Ausschlag. Es kann natürlich passieren, dass drei oder vier Ringer gleichzeitig ausscheiden müssen und man benötigt einen, vielleicht auch zwei Ringer hiervon noch für das Poolfinale. Aber beim Vergleich der aufgeführten Kriterien kann es fast keine Übereinstimmung geben und ein Bestplatzierter ist vom Wettkampfbüro sicherlich schnell gefunden. Sind dann noch zwei Ringer übrig, zählt wie immer der direkte Vergleich. Sind noch drei Ringer übrig, verwendet man wieder die vorgenannten Kriterien und erst dann folgt für die zwei letzten Ringer der direkte Vergleich. Leider wurde bei der Veröffentlichung als offizielle Mitteilung in der Zeitschrift "Der Ringer" vom DRB nicht der Hinweis gebracht, dass diese Glücksvögel mit ihren beiden Niederlagen wieder im Rennen sind. Es müßte noch geklärt werden, ob analog des früheren Art. 17 der FILA-Regeln die beiden Ringer zwar eine Platzierung auf Platz zwei und drei im Pool erhalten, aber ein Kampf mit dem verbliebenen Poolersten untersagt wird. Ein Pooldritter mit zwei Niederlagen durfte bisher nur um Platz fünf und sechs kämpfen und ein Poolzweiter mit zwei Niederlagen müßte also nur um Platz drei und vier kämpfen dürfen.

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3.3 Poolvierter und Poolfünfter

Dieser vierte Absatz wird nur für Deutsche Jugendmeisterschaften benötigt. Bei sämtlichen Turnieren und Meisterschaften wird nur bis Platz sechs gekämpft und der Poolkasten ist das Gelbe vom Ei. Anders verhält es sich bei Deutschen Jugendmeisterschaften. Hier wird bis zum zehnten Rang ausgekämpft und deshalb benötigt man auch noch einen Poolvierten und Poolfünften. Dies sind immer Jugendringer, die mit zwei Niederlagen ausgeschieden sind und nur noch einen Finalkampf um Platz sieben und acht bzw. um Platz neun und zehn austragen dürfen. Die in Absatz III aufgetauchten Fragen entstehen eigentlich immer in diesen Fällen. Im Heft 1/2001 "Der Ringer" wird dies auf Seite 6 exakt erläutert. Der Originaltext lauter hier unter 2.: Platzierung der ausgeschiedenen ringer, wenn weniger als 5 im Pool verbleiben. Sind zuletzt drei oder mehr Ringer ausgeschieden gelten folgende Kriterien: Textende. Für Eltern, die evtl. in den Genuß einer Deutschen Jugendmeisterschaft kommen, möchte ich dies kurz ausführlicher erläutern. Angenommen 20 Schüler gehen auf die Waage, dann kämpfen immer 10 in Pool A und 10 in Pool B. Von 10 Ringern sind nach zwei Runden im Normalfall drei Sportler in jedem Pool ausgeschieden. Vor Beginn der dritten Runde befinden sich also jeweils 7 Schüler noch im Rennen. Im Pool B finden drei Kämpfe statt und erneut müssen 3 Schüler nach der zweiten Niederlage ausscheiden. Alle drei Buben haben nach drei Runden einen Sieg und zwei Niederlagen. Der Listenführer hat nur noch vier Sportler in den Ausscheidungsrunden zur Verfügung, benötigt aber dringend einen Ringer für den Kampf um Platz neun und zehn.

Analog zur vorhergehenden Ausnahme kommt es wieder zu diesen neun bekannten Kriterien laut Seite 6 im Heft 1/2001 "Der Ringer" beim geschilderten Sachverhalt:

  1. die meisten Siege ( Anmerkung: Hier sind die Sportler logischerweise gleich)
  2. die meisten Schultersiege (Anmerkung: Und schon haben wir die Lösung gefunden)
  3. die meisten Siege mit 4:0
  4. die meisten TÜP-Siege mit 4:1
  5. die meisten Siege mit 3:0
  6. die meisten Siege mit 3:1
  7. die höhere Gutpunktzahl (Anmerkung: Warum erst jetzt?)
  8. die Anzahl der technischen Wertungspunkte
  9. besteht danach immer noch Gleichheit, entscheidet das Los.

Leider kann dies zur Folge haben, dass ausgerechnet der schwächste von den drei Ringern den benötigten 5. Poolplatz bekommt. Falls Sie es nicht glauben, lesen Sie bitte die Liste der B-Jugend DM 2001 in Koblenz in der 58 kg-Klasse nach. Der Ringer T.S. mit den wenigsten Gutpunkten nach drei Kämpfen wurde glücklicher 5. Der Ringer S.M. mit den meisten Gutpunkten schied dagegen unplaziert aus, obwohl er gleich in der ersten Runde gegen T.S. vorzeitig gewonnen hatte. Der Listenführer hatte laut Regelwerk zwar absolut richtig entschieden, doch die Systematik der Kriterien führte hier zu einer unsportlichen und ungerechten Lösung. Erneut wird hier die Frage auftauchen, warum zählen nicht die Gutpunkte?

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3.4 Poolfinalkasten

Im Normalfall ergeben die Ausscheidungsrunden am Ende drei Poolfinalisten mit bisher keiner oder nur einer Niederlage. Sollte ein Sportler schon zwei Niederlagen haben, so vergeben Sie an diesen Pooldritten an Stelle von Punkten nur Striche (vgl. vorne unter II.). Tragen Sie bitte im Finalkasten diese drei letzten Ringer in der aufsteigenden Reihenfolge der Paarungen ein. Ein Freilos steht also immer ganz oben, damit er auch garantiert den nächsten Kampf macht und nicht schon wieder pausieren darf. Ab jetzt ist der ganze bisherige Turnierverlauf zweitrangig, denn in den Finalkasten kommen nur noch die Ergebnisse der drei Ringer in ihren direkten Begegnungen. Da helfen 10 Schultersiege aus der Vorrunde nicht mehr, denn nur die Kämpfe dieser drei Sportler untereinander interessieren uns. Haben diese Kämpfe noch nicht stattgefunden, so sind sie noch auszutragen. Hier kann es passieren, dass ein Ringer die zweite Niederlage erhält.

3.5 Poolsieger

Poolsieger ist der Sportler, der im Finalkasten die meisten Gutpunkte erzielt hat.

Beispiel: Nr. 17 hatte gleich zum Auftakt in der ersten Ausscheidungsrunde eine Schulterniederlage. Offenbar war der Schüler durch die lange Anreise noch etwas verschlafen, denn sein offensichtlich schwächerer Gegner schied in den nächsten beiden Runden aus. Nr. 17 kämpfte ab der zweiten Ausscheidungsrunde wesentlich überlegter und kam unter die letzten drei Ringer.

P o o l A        
Nr.

2

9

17

Pkt Siege Platz

2

XX

0

1

1

0

III.

9

4

XX

4

8

2

I

17

4

0

XX

4

1

II.

Nr. 9 hatte im Poolfinale die meisten Gutpunkte und wird Poolerster. Nr. 17 scheidet durch seine zweite Niederlage in diesem Turnier natürlich nicht aus und ist im direkten Vergleich mit Nr. 2 der bessere Ringer durch seinen 12 : 2 TÜS. Unsere Nr. 2 hat inzwischen auch zwei Niederlagen und darf um Platz fünf und sechs ringen. Seine Gutpunkte sind nebensächlich, da in diesem Fall nur der direkte Vergleich zählt. Bei einem dominanten Poolersten mit zwei Siegen bleibt für die beiden verbliebenen Ringer eigentlich nur ein Kampf übrig. Rein mathematisch muß in diesem Fall der Poolzweite auch immer die besseren Gutpunkte haben. Nachdem die Kampfrichterentscheidung mit 1:0 vor einigen Jahren auf 3 : 1 angehoben wurde, kann der Ringer mit zwei Niederlagen als Pooldritter keinesfalls mehr Gutpunkte haben als sein Bezwinger (in diesem Fall der Poolzweite).

Der hier geschilderte Fall ist der Normalfall. Ein Siegringer ohne Niederlage macht dem Listenführer immer das Leben leicht. Man benötigt also nur diesen einen Satz: Poolsieger ist der Sportler, der im Finalkasten die meisten Gutpunkte erzielt hat. Doch wehe, hiervon gibt es eine Abweichung!

Wie die Gutpunkte im Finalkasten erzielt wurden, ist bei unterschiedlichen Gutpunkten übrigens Nebensache. Ein Punktsieg des Ringers X und eine Punktniederlage von ihm können 3 + 1 = 4 Punkte bedeuten. Ein Schultersieg von Y und eine Punktniederlage von ihm dagegen 4 + 1 = 5 Punkte. Y ist der bessere Ringer mit insgesamt 5 Punkten durch seinen Schultersieg.

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3.6 Poolzweiter und Pooldritter

Ist der Poolsieger ermittelt, zählt für die weitere Platzierung der direkte Vergleich. Oft will der Trainer hier die weiteren Gutpunkte für den Poolzweiten heranziehen, doch die sind in diesem Fall unwichtig! Dieser ständige"Systemwechsel" wird von vielen Fachleuten kritisiert und vielleicht auch eines Tages geändert. Es wäre einfach für Jedermann verständlicher, wenn nur die Gutpunkte den Ausschlag geben würden und nicht immer wieder der Wechsel zwischen Gutpunkte und dem direkten Vergleich von den späteren Poolzweiten und Pooldritten. Der genannte Trainer ist wahrscheinlich schon etwas länger im Geschäft hat vermutlich noch immer das Regelwerk aus dem Jahr 1984 im Kopf. Damals schrieb Artikel 17 auf Seite 15 im roten Teil des DRB-Handbuches die Gutpunkte als Platzierungskriterium vor. Dies galt national auch bis ca. 1996 und steckt deshalb noch immer in vielen Köpfen. Die FILA hatte 1993 international das Brasilianische K.O.-System mit Hoffnungsrunde eingeführt, so dass man seitdem beim DRB eigentlich kein Handbuch mehr zur Verfügung hat (vgl. DRB Handbuch 1994/1995 roter Teil Seite 34). Sämtliche auch noch nachfolgende Änderungen der FILA wurden im Jugendbereich vom DRB nicht übernommen, so dass man in Deutschland beim Nachwuchs noch immer das gerechte Poolsystem hat. Doch zurück zu unserem verzwickten Regelwerk des Jahres 2001.

Sind allerdings zwei Ringer punktgleich an 1. Stelle, dann zählt sofort der direkte Vergleich. Der verbleibende dritte Ringer erhält wegen seiner schlechteren Gutpunkte in diesem Fall immer sofort Rang drei im Pool und kämpft nur noch um Platz fünf und sechs.

Beispiel bei zwei punktgleichen Ringern an 1. Stelle:

P o o l A        
Nr.

2

9

17

Pkt Siege Platz

2

XX

4

1

5

1

II.

9

0

XX

3

3

1

III.

17

4

1

XX

5

1

I.

Obwohl Nr. 17 den letzten Kampf mit 8 : 1 deutlich verloren hat, konnte er den Schultersieg von Nr. 2 punktemäßig egalisieren. Nr. 17 hat ebenso wie die Nr. 2 insgesamt 5 Punkte, ist im direkten Vergleich jedoch besser. Nr. 2 ist im direkten Vergleich mit Nr. 17 unterlegen, hat aber ebenso wie dieser 5 Punkte und wird dadurch Poolzweiter, während für die Nr. 9 nur der dritte Poolplatz bleibt. Allerdings wird Nr. 9 überall herumerzählen, dass er der beste Ringer im Pool A war, weil er ja den Poolersten mit 8 : 1 besiegt hat. Allerdings hilft es ihm nicht viel, da jeder Listenführer für Nr. 9 nur den 3. Platz im Pool übrig hat.

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Sind im Poolfinale drei Ringer punktgleich an 1. Stelle, gelten folgende Kriterien:

  1. die Anzahl der technischen Wertungspunkte in den beiden Poolfinalkämpfen. Der Ringer der dabei die meisten technischen Punkte erzielt hat, wird vor seinen Gegner platziert. Ein schneller Schultersieg ohne großartige Aktionen vorher kann hier also schnell zum Nachteil werden. (Anmerkung: Und dies ist der Unterschied zum Nordischen System. Die Ausscheidungsrunden sind zunächst unwichtig. Die anfänglichen Schultersiege gegen längst abgereiste Ringer zählen nicht mehr. Zudem wäre ein Ringer mit Freilos aus der 1. Ausscheidungsrunde automatisch im Nachteil, da er weniger Kämpfe hat.)
  2. die meisten Siege (im gesamten bisherigen Turnier) (Anmerkung: Ist rein rechnerisch unmöglich, da bei Punktgleichheit von drei Ringern jeder der drei Ringer einen Sieg und eine Niederlage haben muß!)
  3. die meisten Schultersiege (Anmerkung: So weit dürfte es nicht kommen, da im Normalfall die technischen Wertung unterschiedlich sein müßten. Sollten man dennoch bis zu diesem Punkt kommen, hat man jetzt endlich den Poolersten ermittelt, ansonsten müßten auch noch die Punkte 4 – 8 überprüft werden.)
  4. die meisten Siege mit 4:0
  5. die meisten TÜP-Siege mit 4:1
  6. die meisten Siege mit 3:0
  7. die meisten Siege mit 3:1

9.) besteht danach immer noch Gleichheit, entscheidet das Los.

Anmerkung: Es gibt Fachleute, die bei den Hilfskriterien 2 bis 9 den gesamten Turnierverlauf heranziehen. So ist es auch gedacht! Nur so kann es unterschiedliche Siege bei 2. geben und die Regelauslegung wird wieder plausibel. Allerdings kommt es zum genau nicht gewünschten Effekt, dass die Ausscheidungsrunden herangezogen werden und Kämpfe gegen sogenannte "Anfänger" den Ausschlag geben bzw. ein Freilos zum Nachteil werden kann.

Dieser Fall tritt also immer dann ein, wenn der direkte Vergleich der Gutpunkte und der technischen Punkte vorausgegangen ist. Somit hatte ein eindeutig stärkerer Ringer im Poolfinale ja die Möglichkeit aus eigener Kraft Poolerster zu werden, ohne dass ihm ein Freilos zum Verhängnis wird. Wenn sich die Poolfinalisten gegenseitig besiegen, gibt es eben keinen eindeutig stärksten Ringer.

Nachstehend ein einfaches Beispiel von drei punktgleichen Poolfinalisten und die Lösung mit dem Kriterium Nr. 1.

Beispiel:

P o o l A        
Nr.

2

9

17

Pkt Siege Platz

2

XX

3

1

4

1

II.

9

0

XX

4

4

1

III.

17

4

0

XX

4

1

I.

Nachdem Nr. 17 in einem haarsträubenden Kampf 18 Punkte errungen hat, wird er bei dieser Konstellation tatsächlich Poolerster. Der Gang seines Trainers ins Wettkampfbüro wird dies deutlich belegen. Nr. 2 hat im direkten Vergleich die Nr. 9 mit Ach und Krach 3:0 besiegt und wird Poolzweiter. Nr. 9 hat zwar einen schnellen Schultersieg verbucht und fühlt sich als bester Ringer in diesem Pool, muß jedoch mit Rang drei vorlieb nehmen. Offensichtlich eine undankbare Regel für gute Ringer! Schade dass es nie zu Kriterium drei kommen wird. Denn hier wird erst der Schultersieg belohnt. Anmerkung: Gerade wenn sich die Poolfinalisten gegenseitig besiegen, ist es nicht selten, dass gerade der schwächste der drei Ringer einen glücklichen Schultersieg erzielt, insofern sind dann die technischen Punkte vielleicht doch "gerechter". Ich habe in allen drei Beispielen die Anzahl der Siege bewußt erwähnt. Im Gegensatz zu Nordischen Listen spielen die Siege im Poolfinale eine absolut untergeordnete Rolle.

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Sobald der Beste oder die zwei Besten im Pool nach diesen neun Hilfskriterien gefunden worden ist bzw. sind, wird wie folgt platziert: Ist der Beste gefunden, entscheidet für die Plazierung der nächsten Zwei der direkte Vergleich. Dieser direkte Vergleich hat immer einen großen Nachteil. Er bringt immer exakt den Ringer um einen Medaillenkampf, der den Poolersten besiegt hat. Bei der hier erklärten Konstellation hat immer der Pooldritte den Poolersten besiegt, während er gegen den Poolzweiten verloren hat. Es ist natürlich ein großer Unterschied, ob man ins Finale darf oder ob man nur um Platz fünf und sechs Ringen darf. Laut Poolkasten haben wir drei gleichwertige Ringer und der eine wird zum Glückspilz, während sein Bezwinger nur um eine Urkunde ringen darf. Dieses Dilemma ist zwar allen Fachleuten bekannt und dennoch wird immer der direkten Vergleich herangezogen.

Sind die zwei Besten gefunden, entscheidet für diese zwei Ringer der direkte Vergleich und der verbleibende dritte Ringer wird immer als Pooldritter plaziert.

Das Schicksal kann es wollen, dass die Ringer A3 und A4 den ersten Wettkampf in der ersten Runde bestreiten. Beide Sportler gewinnen anschließend alle Kämpfe und kommen im Pool A unter die letzten drei Ringer. In diesem Fall wird der erste Kampf des Tages einfach in das Poolkästchen eingetragen und man stellt fest, dass der erste Wettkampf nicht eine Ausscheidungsrunde sondern schon ein vorgezogener Poolfinalkampf war.

Als letzte Ausnahme muß noch eine weitere Fallmöglichkeit erwähnt werden. Art. 17 der FILA-Regeln stellte im Jahr 1984 nach den Ausscheidungsrunden und dem Poolfinale fest: Ein Ringer, der zwei Niederlagen erleidet, scheidet aus. Man vergaß aber hier die Ausnahme, dass die Niederlagen aus den Ausscheidungsrunden nicht in das Poolfinalkästchen übernommen werden. Wenn ein Ringer XY zum Auftakt eine Niederlage kassiert und sein Kontrahent scheidet nach der dritten oder vierten Ausscheidungsrunde sang- und klanglos aus, so ist diese Niederlage vergessen. XY darf sich mit einer scheinbar "weißen Weste" sogar noch eine Niederlage im Poolfinale erlauben und anschließend auch noch einen Endkampf gegen den Gegner aus dem anderen Pool machen. In der Praxis kann XY im Extremfall also bis zu vier Niederlagen haben. Die erste Niederlage aus den Ausscheidungsrunden, zwei aus den Poolfinalkämpfen und die vierte im Kampf um Platz fünf und sechs.

Fazit: Für das Nordische Turnier und das Poolsystem gilt die einfache Regel: Wer alle Kämpfe gewinnt, ist immer Erster. Sämtliche Ausnahmen des Regelwerkes sind dann zweitrangig. Bei Niederlagen sollte der Trainer jedoch immer die vorstehenden Kriterien in der Sporttasche haben.

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3.7 Finalkämpfe um Platz 1 – 6

Sobald der Listenführer im Pool A und im Pool B seine beiden Finalkästen fertig hat, kommt es zu den echten Endkämpfen. AI und BI kämpfen um Gold, AII und BII um Bronze und AIII und BIII um die Plätze fünf und sechs. Nun benötigen Trainer und Eltern kein Regelwerk mehrSieger wird jeweils auf der Matte ermittelt und die Ergebnisse aus den Ausscheidungsrunden . Der und Vergangenheit und unwichtig. Allerdings wird hier manchmal klar, dass in einem Pool drei Poolfinalkämpfen sind längst Spitzenringer waren, wanderen Pool drei Mittelklasseringer sich unter lauter Anfänger "vorschmuggeln" konnten. ährend im

Deshalb schlage ich seit Jahren das System der Fussballer vor. AI sollte sich mit BII messen, A II mit BI und die jeweiligen Sieger kämpfen um Gold, während die Verlierer um Bronze kämpfen. Egal aus welchem Pool die Sieger kommen, es sind immer die zwei besten Ringer des Turniers. Selbst die ATP-Weltmeisterschaft der besten Tennisspieler wird nach diesem System in zwei Pools mit entsprechenden Überkreuz-Halbfinalkämpfen ausgetragen. Warum sollten die zwei besten Sportler am Ende nicht nochmals eine Gelegenheit zum Endkampf haben?

 

3.8 Finalkämpfe um Platz 7 – 10

Wie unter Absatz IV: bereits erwähnt, gibt es dies nur bei den Deutschen Jugendmeisterschaften und es handelt sich hierbei immer um die mit zwei Niederlagen ausgeschiedenen Poolvierten und Poolfünften.

 

Durch die Veröffentlichung unter www.ringen-aktuell, unter www.ringerforum.de und unter www.BRV-Ringen.de kann jeder Listenführer auf Bundes-, Landes- und Bezirksebene diese Aussagen überprüfen und evtl. Fehler noch vor den Deutschen Jugendmeisterschaften aufdecken und abschließend hätten wir ein klares Regelwerk für Listenführer, Trainer, Ringer, Eltern und Fans. Drei namhafte Listenführer aus Südbaden haben die vorstehenden Zeilen überprüft und für richtig empfunden. Drucken Sie die Anleitung bitte auf gelben Papier aus. Sie wissen ja, Gelbe Seiten, damit sie Jemanden fragen können, der sich damit auskennt.

Für jede Anregung und Kritik bin ich auch weiterhin dankbar. Eine verständliche Lösung für das Poolsystem hat mir im März 2001 der frühere DRB-Jugendleiter Michel Lefebvre gezeigt. Herr Lefebvre erläutert mit wenigen Sätzen ein leicht verständliches Verfahren zur Ermittlung der besten Ringer in den beiden gewohnten Pools.

4. Ausdruck auf Papier (Drucker)

Als benutzerfreundliche Funktion können Sie hier ganz einfach die ganze Dokumentation auf Ihren Drucker ausdrucken und zu Papier bringen. Klicken Sie dazu einfach auf Seitenausdruck .

Mit freundlichen Grüßen
gez.
Daffy Dörfler
Stand 11.3.2001

Graphische Umsetzung für Web: CDW Kinateder

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