Wissenswertes - Die Serien Serie von J.-K. Neudorfer - (01/2001) 30.05.2001

Ringer in den deutschen Bundesligen

Forderungen des Deutschen Sportbundes und verschiedener Politiker gehen dahin, den Zuwachs von ausländischen Sportlern zu begrenzen und dadurch den hier aufgewachsenen deutschen Ringern wieder bessere Entwicklungschancen einzuräumen.

Wir werden in den nächsten Wochen aufzeigen, wie sich der Anteil von deutschen, eingebürgerten Deutschen und Ausländern in den Bundesligen entwickelt hat.

Erhoben wurden die Daten aus den Aufzeichnungen der Fachzeitschrift 'Ringer'. Dabei wurde nicht der Kader betrachtet, sondern ein herausgegriffener Kampftag ist in den Ergebnissen dargestellt.

Es muß hinzugefügt werden, daß kleinere Fehler bei der Zuordnung vorhanden sein können. Vielleicht wurde das eine oder andere mal ein Ringer einem EU-Land zugeordnet, obwohl er einem anderen Land entstammt oder umgekehrt. Ein Anspruch auf völlige Stimmigkeit wird nicht erhoben. Andererseits dürfte diese mögliche Fehlerquelle nicht allzu stark durchschlagen, weil sehr viele Namen bekannt und daher eindeutig zugeordnet werden konnten.

Eines dürfte jedoch sicher sein. Der Trend - und darum geht es - ist abzulesen.

Wir werden in den nächsten Wochen Statistiken aufzeigen, die darstellen, wie sich die Bundesligen entwickelt haben. Es ist jeweils zu berücksichtigen, daß viele Einflüsse die Grafiken beeinflussen. So z. B. die Anzahl der Bundesligen oder die Anzahl der Mannschaften in den Bundesligen. In den letzten

Jahren gab es Änderungen genug. Damit die Vergleichbarkeit erhalten bleibt, wird jeweils die Anzahl aller Ringer mit aufgezeigt.

Vorab jedoch noch eine Aufzählung der Vor- und Nachteile von ausländischen Ringern in der Bundesliga.

Vorteile:

Nachteile:

Mailen Sie uns, wenn sie ergänzen möchten oder anderer Ansicht sind. Wir werden am Ende der Serie alle Meldungen zusammenfassen.

Wir starten Anfang April (kein Aprilscherz) mit unseren Grafiken und werden wöchentlich eine neue Auswertung ins Netz stellen.

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Tabelle 1: Die Entwicklung von Ausländern (Nicht EU) seit 1992

Anzahl

1992

1993

1994

1995

1996

1997

1998

1999

2000

                   
Ringer I.BL ges

71

70

127

88

95

98

85

96

183

Ringer II.BL ges

344

288

451

369

376

339

288

306

255

Ringer gesamt

415

358

578

457

471

437

373

402

438

Sonst. Ausl.                  
A - I. BL

7

7

12

6

7

10

7

8

18

A - II. BL

25

20

36

25

30

30

27

24

24

A - ges.

32

27

48

31

37

40

34

32

42

Sonst. Ausl.-%-Ant.                  
A - I. BL

9,9

10,0

9,4

6,8

7,4

10,2

8,2

8,3

9,8

A - II. BL

7,3

6,9

8,0

6,8

8,0

8,8

9,4

7,8

9,4

A - ges.

7,7

7,5

8,3

6,8

7,9

9,2

9,1

8,0

9,6

Erläuterung:

In der I. Bundesliga war schon 1993 meist 1 Ausländer je Mannschaft im Einsatz. Daran hat sich kaum etwas geändert. Gestiegen ist in der II. Bundesliga der Ausländereinsatz. Die Schwankungen sind vor allem auf die jeweils unterschiedliche Struktur der Ligen zurückzuführen.

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Tabelle 2: Entwicklung von Ausländern in den Bundesligen, die die Deutsche Staatsbürgerschaft erworben haben

Anzahl

1993

1994

1995

1996

1997

1998

1999

2000

Ringer I.BL ges

70

127

88

95

98

85

96

183

Ringer II.BL ges

288

451

369

376

339

288

306

255

Ringer gesamt

358

578

457

471

437

373

402

438

im Ausl. Geb.                
AD - I. BL

8

22

23

20

22

22

17

24

AD - II. BL

22

35

40

35

42

34

32

25

AD - ges.

30

57

63

55

64

56

49

49

als Ausl. geb. %-Ant.                
AD - I. BL

11,4

17,3

26,1

21,1

22,4

25,9

17,7

13,1

AD - II. BL

7,6

7,8

10,8

9,3

12,4

11,8

10,5

9,8

AD - ges.

8,4

9,9

13,8

11,7

14,6

15,0

12,2

11,2

Erläuterung:

Die Statistik weist aus, daß vor allem 1993 ein hoher Anteil von Ringern eingebürgert wurde. Manche dieser Athleten sind in "die Jahre gekommen" und aus dem Wettkampfbetrieb ausgeschieden.

Insgesamt scheint sich die Neu-Einbürgerung zu verlangsamen.

Auch auf die Nationalmannschaft hat diese Entwicklung Auswirkungen. Für Ringer wie Rifat Yildiz, Arawat Sabejew oder auch Alfred Ter Mrktchyan nähert sich das Ende von internationalen Einsätzen.

In 2000 machte sich die Umstrukturierung (zwei 1. Bundesligen) bemerkbar.

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Tabelle 3: Entwicklung von EU-Ausländern in den Bundesligen

Anzahl

1993

1994

1995

1996

1997

1998

1999

2000

Ringer I.BL ges

70

127

88

95

98

85

96

183

Ringer II.BL ges

288

451

369

376

339

288

306

255

Ringer gesamt

358

578

457

471

437

373

402

438

EU-Angeh.                
EU - I. BL

0

0

0

13

9

11

19

43

EU - II. BL

0

1

2

6

18

5

15

26

EU - ges.

0

1

2

19

27

16

34

69

EU-Angeh. - %-Ant.                
EU - I. BL

0,0

0,0

0,0

13,7

9,2

12,9

19,8

23,5

EU - II. BL

0,0

0,2

0,5

1,6

5,3

1,7

4,9

10,2

EU - ges.

0,0

0,2

0,4

4,0

6,2

4,3

8,5

15,8

Erläuterung:

Das Bosman-Urteil löst eine Steigerung des Anteils von EU-Ringern in der Bundesliga aus.
Durch den Abstieg von Mannschaften mit EU-Ringern gibt es 1998 einen Einbruch, der in den Folgejahren schnell aufgeholt wird.
Nicht nur in der I. Bundesliga sind EU-Ringer der Renner, auch die II. Bundesligen bedienen sich zunehmend der Ringer aus den EU-Ländern.

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Tabelle 4: Entwicklung von Ausländern in den Bundesligen - EU-Angeh. und sonst. Ausländer

Anzahl

1993

1994

1995

1996

1997

1998

1999

2000

Ringer I.BL ges

70

127

88

95

98

85

96

183

Ringer II.BL ges

288

451

369

376

339

288

306

255

Ringer gesamt

358

578

457

471

437

373

402

438

Ausländer                
EU/A I. BL

7

12

6

20

19

18

27

61

EU/A II. BL

20

37

27

36

48

32

39

50

EU/A ges.

27

49

33

56

67

50

66

111

als Ausl. geb. %-Ant.                
EU/A I. BL

10

9,449

6,818

21,05

19,39

21,2

28,13

33,3

EU/A II. BL

6,944

8,204

7,317

9,574

14,16

11,1

12,75

19,6

EU/A ges.

7,542

8,478

7,221

11,89

15,33

13,4

16,42

25,3

Erläuterung:

Der Trend allein sagt alles, eine weitere Kommentierung ist überflüssig.

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Tabelle 5: Entwicklung von Deutschen Ringern (Anm.: Staatsangehörigkeit von Geburt an)

Anzahl

1993

1994

1995

1996

1997

1998

1999

2000

Ringer I.BL ges

70

127

88

95

98

85

96

183

Ringer II.BL ges

288

451

369

376

339

288

306

255

Ringer gesamt

358

578

457

471

437

373

402

438

Als D geb.                
D - I. BL

55

93

59

55

57

45

52

98

D - II. BL

246

379

302

305

249

222

235

180

D - ges.

301

472

361

360

306

267

287

278

Als D geb. %-Ant.                
D - I. BL

78,57

73,23

67,05

57,89

58,16

52,9

54,17

53,6

D - II. BL

85,42

84,04

81,84

81,12

73,45

77,1

76,8

70,6

D - ges.

84,08

81,66

78,99

76,43

70,02

71,6

71,39

63,5

Bemerkung:

Der Anteil von gebürtigen deutschen Ringern ist seit 1993 drastisch zurückgegangen.
Auch die Bildung der zweiten I. Bundesliga hat hier keine Entspannung gebracht.
In den Neuen Bundesländern werden dabei noch wesentlich mehr deutsche Ringer eingesetzt, als in den Alten Bundesländern. Aber auch hier beginnt die Veränderung.

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Anmerkungen, Einflüsse auf die Grafiken, Legende:

Anmerkung:

Datenbestand entspricht einer Momentaufnahme eines Kampftages (Quelle: Der Ringer). Es handelt sich insofern über keine Gesamtsicht. Wegen der Vergleichbarkeit wurde TRV Berlin nicht berücksichtigt (Verein mit vielen A/D-Ringer nur zeitweise in der BL).

Einflüsse auf die Grafiken:

Anzahl der I. / II. Bundesligen, Anzahl Mannschaften je Liga (beides wechselnd)

Legende:

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